VBE widerspricht Kultusministerin: Lediglich vier Realschulen sind kein Zeichen einer hohen Attraktivität

Zumeldung zur PM Nr. 139/2012 des Kultusministeriums

Stuttgart. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg wider­spricht der Kultusministerin heftig. Wenn lediglich vier Schulen von insge­samt 120 Antragstellern auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule aus dem Realschulbereich kommen, kann man noch nicht von einer hohen Attraktivität der neuen Schulart sprechen –unabhängig von der Arbeit, die dort geleistet wird. 3,3 Prozent sind statistisch nicht relevant und würden an anderer Stelle als an der 5-Prozent-Hürde gescheitert betrachtet.

VBE Pressesprecher Michael Gomolzig

Michael Gomolzig, Sprecher des VBE

„Wenn die Gemeinschaftsschule wirklich eine Gemeinschaftsschule für alle sein soll“, so der VBE-Sprecher, „darf diese neue Schulart nicht fast aus­schließlich aus – sterbenden – Haupt-/Werkrealschulen wiedergeboren wer­den.” Insbesondere Gymnasien als auch Realschulen halten sich jedoch bei den Bewerbungen vornehm zurück. Das ganze sieht momentan noch allzu sehr nach Etikettenschwindel aus: Das Schild „Hauptschule“ wird einfach gegen die schöne Bezeichnung „Gemeinschaftsschule“ ausgetauscht.

Da mittlerweile die Zahlen der Herbststatistik vorliegen, kann das Kultus­ministerium jetzt auch die Übergänge der Grundschüler auf Gemein­schaftsschulen offenlegen. Bei dieser Statistik wurde abgefragt, auf welche Schularten sich die Schüler mit welcher Grundschulempfehlung verteilen. Der VBE hat jedoch den Eindruck, dass das Ministerium an dieser Wahr­heit nicht sonderlich interessiert ist.

26.10.2012

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