Gymnasium entwickelt sich zur „Haupt“-Schule

Zumeldung zur PM Nr. 4/2014 des Kultusministeriums

Stuttgart. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt es, dass der Bildung ein höherer Stellenwert eingeräumt wird, dass Eltern immer mehr den bestmöglichen Abschluss für ihr Kind anstreben, sieht aber mit großer Sorge, dass dabei immer wieder nicht das Wohl des Kindes im Mittelpunkt der Überlegungen steht, sondern eher das soziale Prestige, die gesellschaftliche Aufwertung, die die Familie erfährt, wenn das Kind ein Gymnasium besucht. „Vor den Erfolg haben die Götter nicht nur den Schweiß gesetzt, sondern auch acht arbeitsintensive an­strengende Jahre, um das Abitur zu erlangen“, warnt der VBE-Sprecher.

Durch den erneute Anstieg der Gymnasialanmeldungen auf 44,6 Prozent geht diese begehrte Schulart immer mehr in Richtung „Haupt“-schule, wandelt sich zu einem echten Volksgymnasium. Da die Grundschulempfehlungen nicht vorgelegt werden müssen, tummeln sich in den Eingangsklassen etlicher Gymnasien auch Schüler, die vom Start weg bereits heillos überfordert sind.

Der ständige Lobgesang auf die Gemeinschaftsschule wirke fast schon etwas pein­lich, stellt der VBE-Sprecher fest. Die „starke Zunahme“ der Anmeldungen an der Gemeinschaftsschule auf 5,7 Prozent beinhalte noch wirklich sehr, sehr viel Luft nach oben. Mit der Gemeinschaftsschule soll die bildungspolitische Quadratur des Kreises gelingen. „Wie das unter dem Diktat des Rotstifts auf Dauer gut gehen kann, ohne dass dabei Schüler, Lehrer und der Leistungsgedanke unter die Räder kommen, bleibt zurzeit noch ein großes Rätsel“, sagt der VBE-Sprecher.

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