VBE: Mit den Schulbauförderrichtlinien von vorgestern kann man heute keine Schüler mehr für morgen fit machen

Stuttgart. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt die Aussagen von Prof. Peter Hübner gegenüber dpa, dass Schulen zu lang, zu groß und zu abweisend seien. „Mit den Schulbauförderrichtlinien der Nachkriegszeit kann man keinen modernen offenen Unterricht von heute machen“, beklagt VBE-Chef Gerhard Brand. „Wer Schule pädagogisch voranbringen will, sollte nicht nur Bildungspläne und die Lehrerausbildung auf den neuesten Stand bringen, sondern muss auch aus zuweilen schon museal anmutenden Schulräumen moderne Lern­werkstätten machen.“

VBE Landesvorsitzender Gerhard Brand

Gerhard Brand, VBE Landesvorsitzender

Es sei nicht nur notwendig, die neuesten bautechnischen Anforderungen an Un­fallverhütung und Brandschutz bei den Schulgebäuden zu berücksichtigen und umzu­setzen, sondern endlich auch die Größe und Ausgestaltung der Klassenzimmer, wie sie ein moderner Unterricht erfordert, sagt der VBE-Vorsitzende. Es reicht auch nicht, wenn das Land die Schulbauförderrichtlinien dahingehend erwei­tert hat, dass Küchen, Mensen und Räume für Betreuungsangebote förderfähig gewor­den sind. Wer Bildung für das 21. Jahrhundert anbieten will, darf sich nicht mit Klas­senzimmern begnügen, die noch zu Kaisers Zeiten als ausreichend galten. Selbstver­antwortetes Lernen, Arbeit in Gruppen und Projekten, jahrgangsgemischter Unterricht mit persönlich zugeschnittenen Bildungsplänen, Werkstattarbeit, Wochenpläne und Ganztagsangebote erfordern mehr Platz in den Klassenzimmern, mehr Räume zum Aus­weichen und variable Gestaltungsmöglichkeiten, um etwa Lerninseln oder Lerntheken einrichten zu können.

„Bei höchstens 66 Quadratmetern Klassenzimmerfläche für bis zu 30 Schüler kann die räumliche Freiheit der Lernenden nicht allzu groß ausfallen“, beklagt der VBE-Chef. Häufig machten sich Menschen oft mehr Gedanken über den Platz, den Tiere zur Verfügung haben müssen, als über die räumlichen Bedingungen, unter denen Schüler lernen sollen.

Natürlich kosten mehr, größere und schönere Räume entsprechendes Geld. Man kann aber in der Bildungspolitik nicht nur an einzelnen Schrauben drehen, um einen durch­schlagenden Erfolg zu erzielen. Eine gelungene Bildungsreform aus einem Guss müsse wirklich alle Ressorts mit einbeziehen, so Brand. „So etwas darf dann nicht am Geld scheitern.“

 

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