VBE: Solidarität mit den Protestaktionen von GEW und Eltern

Stuttgart. Der Landesvorstand des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) zeigt Soli­darität mit den Protestaktionen von GEW und Eltern am 10. Juli. Bereits 5000 sind am letzten Juni-Wochenende trotz Regens dem Aufruf von VBE und den Mitgliedsverbänden des Beamtenbundes gefolgt und haben in Stuttgart gegen Verschlechterungen bei Bildung und Besoldung demonstriert.

„Der VBE und die anderen Verbände im Beamtenbund hatten mit ihrem 500 m langen Protestzug entlang des Stuttgarter Hauptbahnhofes den Eltern und der Bil­dungsgewerkschaft GEW eine hervorragende Steilvorlage geliefert“, so der VBE-Sprecher. „Jetzt können diese den Ball aufgreifen und die Sache klar machen.“

Erst jüngst hatte ein Sprecher des Finanzministeriums behauptet, dass die Lan­desregierung den Beamten nichts wegnehme. Es sei – so wörtlich – „ ein Märchen“, dass es sich um ein Sonderopfer handeln würde. „Dieses ´Märchen´ klingt in den Ohren der jungen Lehrkräfte aber eher wie ein Gruselschocker“, behauptet der VBE-Sprecher: Denn viele Lehrer bekommen erst gar keine Stelle; und die, die das Glück haben, in den Schuldienst übernommen zu werden, müssen drei Jahre lang rechnerisch auf das jeweils zwölfte Monatsgehalt verzichten. Hatte Schwarz-Gelb bereits eine vierprozentige Kürzung der Eingangsbesoldung bei jungen Beamten angeordnet, sattelte die grün-rote Koalition noch einmal vier Prozentpunkte drauf.

Ein leistungsfähiger Staat ist auf eine motivierte und engagierte Beamtenschaft angewiesen. Wer ständig „Prügel“ bezieht, kann nicht „mit voller Hingabe“ arbei­ten. Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber ist keine Einbahnstraße. Wer die treue Erfüllung aller Dienstpflichten erwartet, sollte die Fürsorgepflicht des Dienstherrn gegenüber den Beschäftigten nicht aus den Augen verlieren. Dazu gehören eine angemessene Alimentation und die verfassungsmäßig garantierte Teilhabe an der wirtschaftlichen Entwicklung. Nur weil man an Stammtischen so ungeniert über Beamte herziehen kann, sollten die Staatsdiener nicht bei jeder sich bietenden Ge­legenheit als „Sparschweine“ herhalten müssen, zumal sie sich sowieso nicht groß wehren dürfen. „Faire Bezahlung – auch für Beamte. Jetzt!“, forderten Beamten­bund und seine Mitgliedsverbände am letzten Juniwochenende mehr als deutlich. „Der VBE ist nun gespannt“, so der Sprecher des Lehrerverbands, ob der Minister­präsident und GEW-Mitglied Winfried Kretschmann nach den neuerlichen Protes­ten gleichfalls so „cool“ und scheinbar unbeeindruckt reagieren werde, wie er sich nach der Demonstration des Beamtenbundes gegeben habe.                 

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