VBE zur grün-roten Vollbremsung bei der Schülerhöchstzahlsenkung:

Kleinere Klassen sind pädagogisch notwendig und kein Luxus!

Stuttgart. Den Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg ärgert es, dass von der grün-roten Landesregierung die von Schwarz-Gelb begonnene sukzessive Senkung des Klassenteilers von 33 nun bei 30 Schülern pro Klasse gestoppt wird. Lediglich die favorisierten Gemeinschaftsschulen erhalten mit 28 Kindern pro Klasse die gleiche Schülerhöchstzahl wie die Grundschulen. „Kleinere Klassen sind kein Luxus, sondern für Klassenklima und Lernerfolg sehr sinnvoll und pädagogisch notwendig“, sagt VBE-Chef Gerhard Brand.

VBE Landesvorsitzender Gerhard Brand

Gerhard Brand, VBE Landesvorsitzender

Um nicht als Sparkommissar dastehen zu müssen, der Schulen keine zusätzlichen Lehrerstunden bezahlen will, werden Forderungen nach Senkung des Klassenteilers gern damit abgeschmettert, dass die Klassengröße angeblich keinen Einfluss auf den Unterrichtserfolg hat. „Wer so etwas als Tatsache hinstellt, hat wahrscheinlich noch nie den Unterschied zwischen einer Schulstunde in einer übervollen Klasse mit 30 Kindern und in einer Klasse mit nur 20 Schülern über längere Zeit am eige­nen Leib erfahren“, behauptet der VBE-Chef. Leider gibt es noch erschreckend vie­le Schulen, in denen die zeitliche Zuwendung des Lehrers an seine Schüler durch eine viel zu große Zahl an Kindern geteilt werden muss.

 Außerdem gibt es immer mehr Schüler mit Sprachdefiziten und Konzentrations­schwäche, mit Essstörungen oder Suchtproblemen, mit Kontaktschwierigkeiten, mit Lernbehinderungen und motorischen Störungen, vereinzelt auch Jugendliche mit extrem negativer Einstellung zu sich selber oder zur Gesellschaft. Es gibt Kinder und Jugendliche aus Elternhäusern, in denen der Erziehungsauftrag nur einge­schränkt oder gar nicht wahrgenommen wird, in denen elementare Grundbedürf­nisse der jungen Menschen nach Nahrung, Hygiene und Zuwendung vernachlässigt werden. Auch die Zahl der Schüler mit individuellem Förderbedarf, denen man in zu großen Lerngruppen nicht gerecht werden kann, ist zu hoch.

„Bis zu 30 Schüler in einer Klasse sind pädagogisch heute nicht mehr zu verant­worten“, sagt der VBE-Chef in aller Deutlichkeit. In der Erwachsenenbildung sind 20 Teilnehmer meist die Obergrenze für einen Kurs, und dort sind in der Regel alle freiwillig da und allein schon aus diesem Grund hoch motiviert.

„Dass die grün-rote Regierung alle pädagogischen Argumente zur Seite wischt und aus rein finanziellen Gründen die weitere Absenkung des Klassenteilers stoppt, kommt weder bei Eltern noch bei Lehrern noch bei Schülern gut an“, sagt Brand.

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