VBE zum Vorstoß von Horst Seehofer (CSU): Deutschpflicht nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern vor allem auf den politischen Bühnen Viele Menschen verstehen nicht, was Politiker eigentlich sagen wollen

Stuttgart. Der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Würt­temberg versteht es, wenn Horst Seehofer ausländischen Mitbürgern die deutsche Sprache in den eigenen vier Wänden verordnen will, denn das Be­herrschen der Landessprache ist eine wichtige Voraussetzung zur Integrati­on. Die Frage sei jedoch erlaubt, wie man dies überwachen und gegebenen­falls sanktionieren wolle. Gewisse Politiker sollten sich daher vielmehr fra­gen, wie sie sich künftig ausdrücken können, um von der Bevölkerung wirklich verstanden zu werden.

2014 Michael Gomolzig

Michael Gomolzig, VBE Pressesprecher

Der einstmalige baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte schon vor etlichen Jahren öffentlich die Deutschpflicht für auslän­dische Schüler auf allen Pausenhöfen gefordert und damit eine heiße Diskus­sionswelle im Ländle losgetreten. Auch der Kerngedanke des Ministerpräsiden­ten des Freistaates Bayern, Horst Seehofer (CSU), zielt darauf ab, die Verstän­digungsprobleme einer multikulturellen Bevölkerung zu minimieren. Eine an sich lobenswerte Sache.

Da man jedoch immer mit gutem Beispiel vorangehen sollte, fordert der VBE-Sprecher all die Politiker auf, die sich seither dadurch auszeichneten, dass kein Bürger verstanden hatte, was sie eigentlich sagen und durchsetzen wollten, sich künftig so auszudrücken, dass man sie zum einen klar versteht und zum anderen bei der nächsten Wahl darauf festnageln kann, was sie bisher in die Wege leiten wollten und doch nicht erreicht haben, weil deren blumige Umschreibungen und wolkige Aussagen das Gehirn mündiger Bürger lediglich umnebeln und verwir­ren sollten, um deren politischen Erfolg in keiner Weise zu gefährden.

„Wer permanent Worthülsen und nichtssagende Sprechblasen in unverbindli­chen Sonntagsreden produziert, möchte wahrscheinlich gar nicht richtig verstan­den werden und läuft dadurch auch nicht Gefahr, beim Wort genommen und daran gemessen zu werden“, mutmaßt der VBE-Sprecher.

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