Antwort der Kultusministerin auf VBE-Schreiben zu ‚Grundschule ohne Noten‘

Beendigung Schulversuch 'Grundschule ohne Noten' - Foto: Stockphotosecrets

Auf seinen Brief an das Kultusministerium zur Beendigung des Schulversuchs ‚Grundschule ohne Noten‘ hat der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg eine Antwort erhalten. Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU) setzte sich in Ihrem Brief mit den VBE-Forderungen auseinander, lehnt eine Evaluation des Schulversuchs allerdings ab. Da der Schulversuch auslaufend beendet wird, ergibt sich für die beteiligten Schülerinnen und Schüler aber zumindest Planungssicherheit.

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU) hat den VBE Baden-Württemberg nicht lange warten lassen. Auf den Brief des VBE Baden-Württemberg zur Beendigung des Schulversuchs ‚Grundschule ohne Noten’ hat die Kultusministerin bereits vor Weihnachten geantwortet. In Ihrer Antwort sprach sich die Ministerin dabei gegen die VBE-Forderungen nach einer Weiterführung des Schulversuches und eine nachlaufende Evaluation aus.

In seinem Brief an die Kultusministerin hatte der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Gerhard Brand, gefordert, den Schulversuch auf wissenschaftlicher Basis zu evaluieren. Außerdem sollte der Schulversuch bis zum Vorliegen der Evaluationsergebnisse weitergeführt werden. Der Landesvorsitzende begründete seine Forderung nach einer wissenschaftlichen Evaluierung damit, dass dadurch Erkenntnisse aus dem Schulversuch für die schulpolitische Weiterentwicklung in Baden-Württemberg genutzt werden könnten. In seinem Brief berief sich Brand ebenfalls auf positive Ergebnisse aus den Versuchsschulen.

Ministerin lehnt nachlaufende Evaluation des Schulversuchs ‚Grundschule ohne Noten‘ ab

„Anders als im Schulversuchserlass damals explizit vorgesehen, wurde der Schulversuch leider nicht verlässlich wissenschaftlich begleitet“, erklärt Kultusministerin Dr. Eisenmann in ihrem Schreiben. Die schulspezifischen Einschätzungen und Bewertungen der Grundschulen, die vorliegen, rechtfertigten keine landesweite Ausweitung, so die Ministerin. Weiter erläutert sie: „Deswegen wurde entschieden, den Schulversuch nicht über das laufende Schuljahr 2017/18 hinaus zu verlängern.“

Der Forderung des VBE nach einer Evaluation des Schulversuches erteilt sie in ihrem Brief dementsprechend eine Absage. Nachlaufend eine wissenschaftliche Evaluation in Gang zu bringen sei nicht zielführend. „Es ist nicht vorstellbar, dass in dieser Konstellation eine seriöse Evaluation neu aufgesetzt werden kann“, schreibt die Ministerin. Für ein wissenschaftlich belastbares Setting benötige man eine neue, wohl auch größere Stichprobe sowie eine valide Vergleichsgruppe von Beginn an.

Für beteiligte Schülerinnen und Schüler gibt es keinen Bruch

Da der Schulversuch zum Ende des Jahres 2017/18 auslaufend eingestellt wird, ergibt sich jedoch für die am Schulversuch beteiligten Schülerinnen und Schüler kein Bruch. Es werden zukünftig zwar keine weiteren Schülerinnen und Schüler mehr in den Schulversuch aufgenommen, allerdings erhalten die beteiligten Kinder Planungssicherheit: Der Schulversuch wird nicht abrupt beendet und eingestellt, sondern nicht über dieses Schuljahr hinaus verlängert.

Die Kultusministerin wies in ihrem Brief weiter darauf hin, dass sie großen Wert auf qualifizierte, konsequente und klare Leistungsrückmeldungen lege. „Ferner ist es möglich, Halbjahresinformationen in schriftlicher Form sowie Zeugnisse mit kompetenzbasierten Berichten als Zusatzinformationen für Eltern und Schüler zu ergänzen. Den Grundschulen werden damit pädagogische Spielräume eröffnet, in denen die von den Schulversuchsschulen erarbeiteten und erprobten Konzepte und Materialien weiterhin genutzt werden können“, weist die Ministerin auf eine Möglichkeit differenzierter Leistungsrückmeldung hin.