Grundschullehrkräfte: Zu wenig Geld für wertvolle Arbeit

Grundschullehrkräfte erhalten zu wenig Geld für wertvolle Arbeit - Stockphotosecrets

„Bildung auf einen Blick“ – so heißt die OECD-Studie, die sich jährlich mit dem Vergleich von verschiedenen Bildungsindikatoren beschäftigt. Auch 2017 hat die OECD in ihren Mitgliedsstaaten wieder die Situation der Bildung von der Kindertagesstätte bis zur Universität untersucht. Dabei kommt die OECD, was Lehrkräfte in Deutschland angeht, eigentlich zu guten Ergebnissen und wettbewerbsfähigen Gehältern – allerdings mit einer gravierenden Ausnahme.

Die Lehrergehälter sind in Deutschland in den letzten 10 Jahren um 6 – 8 % gestiegen und die Lehrerschaft hat sich insgesamt verjüngt. Das sind positive Meldungen für die deutsche Bildungspolitik. Die OECD bestätigt Deutschland sogar, dass es seine Lehrkräfte wettbewerbsfähig bezahlt. Auch das ist positiv – gilt aber leider nur für Lehrerinnen und Lehrer, die an der Sekundarstufe unterrichten, nicht für Grundschullehrkräfte.

Bezüglich der Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen lautet das Ergebnis nämlich: „Lehrkräfte im Primarbereich verdienten 6% weniger als andere Beschäftigte mit vergleichbarem Bildungsabschluss, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit des Lehrerberufs auf dieser Stufe verringert wird.“[1] Gleichzeitig konstatiert die Studie auch, dass Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen den höchsten Unterrichtsumfang in Deutschland ableisten und auch über dem OECD-Durchschnitt liegen.

Bezahlung der Grundschullehrkräfte muss angehoben werden

Der VBE sieht sich durch dieses Missverhältnis, das die Studie aufzeigt, in seiner Sicht bestätigt, dass die Bezahlung der Grundschullehrkräfte unbedingt angehoben werden muss und dass dies nicht nur angesichts des hohen Lehrermangels an Grundschulen überfällig ist. „Bildungs- und Erziehungsarbeit mit Grundschulkindern muss endlich die gleiche monetäre Wertschätzung erfahren“, fordert der Landesvorsitzende des VBE Baden-Württemberg, Gerhard Brand, angesichts der Ergebnisse.

Dass das Durchschnittsalter in den Kollegien sinkt, wertet der VBE Baden-Württemberg durchaus als positives Signal. „Wir freuen uns, dass mehr junge Kolleginnen und Kollegen an die Schulen kommen. Wenn die Durchmischung steigt, profitieren die Schulen aus dem Zusammenspiel von jungen und erfahrenen Lehrkräften“, erklärt der VBE Landesvorsitzende.

Lehrerschaft immer noch eine der ältesten

Dennoch ist die Lehrerschaft in Deutschland immer noch eine der ältesten in den OECD-Ländern. „Das bedeutet, es müssen aber auch zukünftig genügend junge Menschen motiviert werden, Lehrerin oder Lehrer werden zu wollen. Und sie müssen auch dazu motiviert werden, gerade die jüngsten Schulkinder zu fördern. Das geht aber nicht ohne entsprechende Anreize“, unterstreicht Gerhard Brand.

Was Lehrkräfte in Deutschland leisten, zeigt die OECD-Studie ebenfalls. Die Stunden, die Lehrkräfte in Deutschland an der Schule unterrichten, liegen in allen Schularten über dem Durchschnitt. „Das ist ein enormes Engagement, das entsprechend wertgeschätzt werden sollte. Unsere Lehrkräfte sichern Bildungserfolge, hohe Beschäftigungsquoten, hohe Quoten an Studienabschlüssen, gelingende Integration. Das sind alles keine Zufallsprodukte, sondern Ergebnisse der Arbeit der Lehrkräfte in Baden-Württemberg und in Deutschland“, stellt Brand klar.

Die Studie der OECD „Bildung auf einen Blick“ finden Sie hier.

[1] http://www.oecd.org/edu/skills-beyond-school/EAG2017CN-Germany-German.PDF, Seite 6

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