VBE fordert zukunftsweisende Maßnahmen gegen Lehrermangel

Vor Beginn des neuen Schuljahres mehren sich Meldungen über einen Lehrermangel und unbesetzte Schulleitungsstellen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg fordert von den politisch Verantwortlichen deshalb zusätzlich zu den aktuellen Notmaßnahmen auch Vorausplanung. „Es geht derzeit einfach gar nicht anders als dass wir mehr Lehrerinnen und Lehrer ausbilden, um uns für die Zukunft aufzustellen“, fordert der Landesvorsitzende des VBE, Gerhard Brand.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg konstatiert vor Beginn des neuen Schuljahres einen deutlichen Lehrermangel und unbesetzte Schulleitungsstellen in Baden-Württemberg. So sind laut einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten vom 4. September 2017 allein in Stuttgart derzeit acht Schulleitungsstellen unbesetzt. Der Landesvorsitzende des VBE Baden-Württemberg, Gerhard Brand, merkte dazu am 5. September 2017 in Stuttgart an: „Wenn allein in der Landeshauptstadt schon acht Rektorinnen oder Rektoren fehlen, kann die Situation im restlichen Land kaum besser sein.“

Auch bei Lehrkräften erleben viele Schulen einen deutlichen Mangel, der es den Schulen erschwert, den Unterricht sicher planen zu können. „Den Abmangel an Lehrkräften versuchen wir momentan unter anderem mit „Nichterfüllern“ und Pensionären zu lösen, doch noch nicht einmal diese Notmaßnahmen reichen dazu aus um den Pflichtunterricht zu sichern. Was es zudem für die Unterrichtsqualität bedeutet, wenn Führungskräfte an Schulen fehlen und „Nichterfüller“ zur Lückenfüllung eingesetzt werden, dürfte klar sein“, führte Brand aus.

Lehrermangel macht Notmaßnahmen erforderlich

Die derzeitigen Notmaßnahmen sind nach Meinung des VBE Baden-Württemberg in der aktuellen Situation zwar unumgänglich, es müssen jedoch auch Maßnahmen ergriffen werden, welche auf eine Verbesserung der Situation in der Zukunft abzielen. „Es geht derzeit einfach gar nicht anders als dass wir mehr Lehrerinnen und Lehrer ausbilden um uns für die Zukunft aufzustellen“, stellte der Landesvorsitzende des VBE deswegen fest und fügte hinzu: „Gerade in einer Situation wie wir sie derzeit haben, in der wir mehr Lehrerinnen und Lehrer benötigen, ist ein Numerus Clausus, wie er aktuell im Primarstudium existiert, aber absolut kontraproduktiv.“

Von den politisch Verantwortlichen erwartet der VBE deswegen konkrete Maßnahmen. „Wir sehen zwar, dass die politisch Verantwortlichen die Situation erkannt haben und gewillt sind, etwas zu tun. Dem müssen jetzt aber auch konkrete Maßnahmen folgen. Dringend erforderlich ist zum Beispiel die Erhöhung der Studienkapazitäten. Oder, was der VBE Baden-Württemberg bereits vorgeschlagen hat, eine Lehrerbedarfsstatistik, die Schulen eine langfristige Planung ermöglicht und die hektische Umplanerei vor Schuljahresbeginn endlich beendet“, machte Gerhard Brand deutlich.