VBE stellt sich gegen Entprofessionalisierung

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt, dass die Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU) den Lehrkräftemangel bekämpfen und die Stellenstreichungen zur Diskussion stellen will. Kritisch sieht der VBE jedoch Maßnahmen, die zu einer Entprofessionalisierung des Lehrerberufs führen können.

Der VBE Baden-Württemberg trägt den Plan der Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU) mit, den Fremdsprachenunterricht in der Grundschule erst ab Klasse 3 beginnen zu lassen. Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass die frei werdenden Deputate den Grundschulen wie angedacht als Poolstunden zur Stärkung von Lesen, Schreiben und Rechnen erhalten bleiben.

Die angekündigten „ein Dutzend Maßnahmen“ um die Unterrichtsversorgung zu sichern, erwartet der VBE Baden-Württemberg mit großer Spannung. Sollten Maßnahmen ergriffen werden, die dazu führen, dass die Qualität im schulischen Bereich sinkt, sieht der VBE diese jedoch mit großer Sorge: Die Sicherung des Unterrichts sollte nur durch vollausgebildete Pädagogen erfolgen, die das erste und das zweite Staatsexamen erfolgreich bestanden haben.

VBE Baden-Württemberg stellt sich gegen eine Entprofessionalisierung

„Der VBE Baden-Württemberg stellt sich entschieden gegen eine Entprofessionalisierung im schulischen Bereich. Wir legen Wert auf Qualität. Diese kann von Quereinsteigern nicht in der gleichen Weise garantiert werden wie von voll ausgebildeten Lehrkräften“, so der Landesvorsitzende des VBE Baden-Württemberg, Gerhard Brand, am 20. April 2017 in Stuttgart.

Kritisch sieht der VBE Baden-Württemberg deswegen die Absicht der Ministerin, die Qualifikationen ausländischer Pädagogen weniger strikt zu behandeln. „Der VBE Baden-Württemberg ist gegen die Absenkung von Qualifikationserfordernissen. Um die Qualität in der Bildung zu steigern, muss die Profession der Lehrerinnen und Lehrer gesichert werden“, betont Brand.

Ebenso hinterfragt der VBE Baden-Württemberg den Plan, Gymnasiallehrer an Grundschulen einzusetzen, kritisch. „Gymnasiallehrkräfte in Baden-Württemberg sind für Ihren Bereich hervorragend ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, die exzellente Arbeit leisten. Wie man Schülerinnen und Schülern schreiben, lesen und rechnen beibringt, ist allerdings nicht Teil ihrer Ausbildung“, konstatiert Gerhard Brand.

„Kurze Beine, kurze Wege“ & weniger Abordnungen – Schritte in die richtige Richtung

Sehr erfreut ist der VBE Baden-Württemberg auf der anderen Seite darüber, dass die Kultusministerin den Abbau von Lehrerstellen bis 2020 zur Diskussion stellen will. Der VBE Baden-Württemberg versteht diese Aussage in die Richtung, dass die Ministerin gerne Abstand von Stellenstreichungen nehmen möchte und begrüßt diese Intention sehr.

Als sehr positiv sieht es der VBE, dass die Ministerin am Prinzip „kurze Beine, kurze Wege“ festhalten will. „Der VBE Baden-Württemberg steht hinter dem Prinzip der kurzen Wege für kurze Beine. Die Wege zur Schule dürfen gerade für Grundschülerinnen und -schüler nicht zu lang werden“, stellt Gerhard Brand klar. Der VBE Baden-Württemberg ist prinzipiell für den Erhalt kleiner Grundschulen. In Einzelfällen muss jedoch die Situation vor Ort berücksichtigt werden.

Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist nach Meinung des VBE Baden-Württemberg die Begrenzung der Abordnung von Lehrkräften in die Kultusverwaltung. „Es ist zwar sehr wichtig, dass Lehrkräfte ihren pädagogischen Sachverstand in die Kultusverwaltung einbringen, allerdings reißen diese Abordnungen Löcher in die Unterrichtsversorgung. Die Lehrerinnen und Lehrer sollten deswegen nicht abgeordnet, sondern versetzt werden, damit ihre Stellen wieder frei werden. Die Kultusministerin setzt hier den Hebel an der richtigen Stelle an“, lobt der Landesvorsitzende des VBE Baden-Württemberg.

Den Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten finden Sie unter folgendem Link: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.baden-wuerttemberg-spaeterer-fremdsprachenunterricht-wegen-lehrermangels.fbeb9d08-f6b1-4283-9cf2-fd260554b978.html