VBE zum Weltlehrertag: Auch Lehrer können Lob aushalten

„Wer die Arbeit der Lehrer das ganze Jahr über anerkennt, braucht keinen Welt­lehrertag, um daran erinnert zu werden, wie wertvoll die Tätigkeit der Pädagogen für die Gesellschaft ist“, behauptet der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Schule bereite nicht immer Vergnügen, sei jedoch für Lernzuwachs und einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss ausschlaggebend, so der Sprecher weiter.

Am Muttertag höre man Mütter bisweilen zu ihren Kindern sagen, wer das ganze Jahr über brav sei, müsse sich an diesem einen Sonntag im Mai nicht extra ins Zeug legen. „So ähnlich könnten Lehrer auch anlässlich des Weltlehrertages argumentieren“, stellt der VBE-Sprecher fest. Schulmeistern werde besonders gerne unterstellt, dass sie Freu­de am Jammern und Wehklagen haben. Aber keiner anderen Berufsgruppe werde von vermeintlichen „Experten“ mit scheinbar guten Ratschlägen so oft ins Handwerk reinge­redet wie den Lehrern, nur weil man sich dafür befugt halte, da man früher selber eine Zeitlang zur Schule gegangen sei, so der Sprecher.

Weltlehrertag: Schulisches Lernen bedeutet auch Anstrengung, Selbstdisziplin und Beharrlichkeit

Lehrer sind keine Alleinunterhalter und Entertainer, sondern geben Hilfestellung beim eigenständigen Lernen der Schüler. Trotz aller Freude, die Kinder und Jugendliche am gemeinsamen Tun oder über erbrachte Leistungen empfinden können, bedeutet schuli­sches Lernen auch Anstrengung, Selbstdisziplin und Beharrlichkeit. Nicht jede Schul­stunde kann ein pädagogisches Highlight sein. Übungsphasen und konzentriertes Erar­beiten der Unterrichtsinhalte bereiten vielen Schülern nun einmal nicht das Vergnügen, das in unserer „Spaßgesellschaft“ einen so hohen Stellenwert hat, sind jedoch für einen kontinuierlichen Lernzuwachs und den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung aus­schlaggebend.

Einerseits erwartet die Gesellschaft, dass die Schule alle Probleme auf­greift, im Unterricht aufarbeitet und möglichst „so nebenher“ beseitigt, andererseits traut man das den Pädagogen oft gar nicht zu. Meist wider besseres Wissen stimmt man in der Öffentlichkeit schneller in eine Pädagogenschelte ein, als dass man Lehrer lobt. Wenn aber trotz viel zu großer Klassen, schwierigeren Schülern, zunehmender Aufga­ben und schlechteren Arbeitsbedingungen Schulen halbwegs „laufen“, ist das dem En­gagement der Lehrerschaft zuzuschreiben. Gute Lehrer brauchen, damit sie solche wer­den und bleiben, neben einer erstklassigen Aus- und Weiterbildung die Wertschätzung durch Politik und Gesellschaft, durch Schulaufsicht und Eltern – und das nicht nur zum Weltlehrertag. „Viele Menschen beneiden die Lehrer um ihren vermeintlich lockeren Halbtagsjob mit etlichen Ferienabschnitten; die wenigsten möchten aber wirklich in der Haut eines Lehrers stecken“, versichert der VBE-Sprecher.