VBE: Auf dem Weg in eine „mutterlose Gesellschaft“?

Auch eine Tagesmutter ist als feste Bezugsperson gut für das Kind

Stuttgart. Kultusstaatssekretär Dr. Frank Mentrup möchte Tagesmütter besser bezahlt wissen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg be­grüßt, dass dadurch die Arbeit der Tagesmütter und damit auch der Mütter im Allgemeinen aufgewertet wird.

VBE Pressesprecher Michael Gomolzig

Michael Gomolzig, Sprecher des VBE

Es ist verkehrt, Müttern, die arbeiten gehen wollen oder müssen, ein schlechtes Ge­wissen einzureden. Gleichzeitig darf man aber die Bedürfnisse des Kindes nicht außer Acht lassen. Tagesmütter sind eine gute Alternative zu Ganztageseinrichtun­gen mit deutlich mehr Kindern, da Tagesmütter eine familienähnliche, „intimere“ Be­treuungsform anbieten können, was dem Kind zugutekommt.

Sinnvoll wäre es auch, über eine finanzielle Verbesserung der Einkommenssi­tuation junger Familien mit Kindern nachzudenken. Aus finanziellen Gründen soll­te es nicht nötig sein, dass beide Elternteile berufstätig sein müssen. Auch die Not­lage Alleinerziehender könnte anders als durch mehr Ganztageseinrichtungen ge­löst werden, behauptet der VBE-Sprecher.

Nach Meinung des Lehrerverbandes VBE ist man nach Alexander Mitscherlichs „vaterlosen Gesellschaft“ jetzt eher auf dem Weg in eine mutterlose. Die Missach­tung dessen, was Mütter und Tagesmütter täglich für die Gesellschaft leisten, sowie die in der Regel schlechteren finanziellen Rahmenbedingungen von Familien mit Kindern und Alleinerziehenden sind mit eine Ursache dafür, dass Kinder nicht mehr das bekommen, was sie eigentlich benötigten: intensive persönliche Zuwen­dung und verlässliche Begleitung. Obendrein lassen es die heutigen Wohlstands­normen eigentlich nicht mehr zu, dass junge Paare Kinder haben, was für Eltern häufig Verzicht und Entbehrungen auf viele Jahre bedeutet, für manche sogar ein Leben an der Armutsgrenze.

15. April 2012

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