VBE kritisiert: Für gleiche Arbeit deutlich weniger Lohn

Tarifbeschäftigte Lehrer sind weiter ohne Eingruppierungstarifvertrag

Stuttgart. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt es, dass mit der Tariferhöhung für die Beschäftigten der Länder von insgesamt 5,6 Prozent für die Jahre 2013 und 2014 ein Schritt in die richtige Richtung getan worden ist. Der VBE bedauert es jedoch außerordentlich, dass es die Tarifpartner nicht geschafft haben, sich auf eine länderübergreifende Entgeltordnung für Lehrer im Arbeitnehmer-Verhältnis zu einigen.

Nach Auffassung des VBE werden tarifbeschäftige Lehrkräfte zweimal gegenüber den verbeamteten Kollegen benachteiligt. Zum einen verdienen Arbeitnehmer für die glei­che Arbeit deutlich weniger als Beamte, zum anderen hängt durch den noch immer nicht realisierten Eingruppierungstarifvertrag das Besoldungsgefüge vom guten oder weniger guten Willen des Arbeitgebers ab. Tarifbeschäftige Lehrkräfte gehören zur einzigen Berufsgruppe im öffentlichen Dienst der Länder, deren Eingruppierung nicht tariflich geregelt ist. Sie werden nach den Lehrerrichtlinien eingruppiert. Diese werden einseitig vom Arbeitgeber ohne Verhandlungen mit den Gewerkschaften erlassen. „Seit Jahren versuchen die Gewerkschaften im Interesse der Beschäftigten eine Ent­geltordnung durchzusetzen – bisher leider ohne Erfolg“, so VBE-Chef Gerhard Brand.

Bernhard Rimmele, Referat Arbeitnehmer im VBE Baden-Württemberg

Bernhard Rimmele, Referatsleiter der Arbeitnehmer im VBE, spricht von einer „wahnsinnigen Enttäuschung der tarifbeschäftigten Lehrer, die massiv benachteiligt werden und so weiterhin Lehrkräfte zweiter Klasse sind. Welche Konsequenzen und Maßnahmen sich aus dem erneuten Scheitern um die Eingruppierungsverhandlungen ergeben, ist derzeit noch offen und bedarf weiterer Diskussionen.”

Die meisten Menschen versichern, dass Lehrer einen wertvollen Dienst für die Ge­sellschaft verrichten. Wenn aber Lehrer mehr Geld fordern, machen sie sich schnell unbeliebt, da ein sicherer Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst in wirtschaftlich schwe­reren Zeiten einen hohen Stellenwert hat. Durch die mageren Gehaltsanpassungen der vergangenen Jahre haben jedoch schon alle Pädagogen – Arbeitnehmer wie Beamte – einen entscheidenden Beitrag zur Sanierung des Landeshaushaltes geleistet.

Die Beamten des Landes hatten allen Grund, den Tarifbeschäftigten in den laufenden Tarifrunden den Rücken zu stärken. Denn der Tarifabschluss wurde meist in ähnlicher Form – auch verzögert – auf den Beamtenbereich übertragen. Wenn aber Lehrern unterm Strich immer weniger Geld übrig bleibe, sei das auf Dauer keinesfalls motivations­fördernd, so Brand.

10.03.2013

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