Erzieher/-innen

Der VBE kämpft für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von pädagogischen Fachkräften im Sozial- und Erziehungsdienst, Erziehern/-innen, Kindheitspädagogen/-innen, Sozialarbeitern/ -innen und Sozialpädagogen/-innen. Er macht sich stark für die Erhöhung der Wertschätzung und der gesellschaftlichen Anerkennung dieser Berufsgruppen.

Wichtige Forderungen:

  • Verbesserung der Personalausstattung in den Kindertagesstätten
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für die gesamte pädagogische Arbeit
  • Vor- und Nachbereitungszeit für die Umsetzung des Baden-Württembergischen Bildungsplans
  • Orientierung der pädagogischen Arbeit an aktuellen Erkenntnissen der Pädagogik und angrenzender Wissenschaften
  • Arbeitszeit für Leitungstätigkeit in Höhe des tatsächlichen Aufwands, auch für Stellvertreter/-innen
  • Praxisbezogene Fort- und Weiterbildungsangebote in hoher Qualität
  • Zeit- und inhaltsgleiche Umsetzung der Ergebnisse der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst im Bereich freier Träger
  • Vertretung der Rechte durch Personalräte und Betriebsräte

Bundeskabinett beschließt Milliardenförderung
„Gute-Kita-Gesetz“: Erstem Schritt müssen viele weitere folgen
Der dbb hat die Verabschiedung des „Gute-Kita-Gesetz“ durch das Bundeskabinett begrüßt, forderte aber zugleich zügige weitere Maßnahmen zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung in Deutschland.

Das „Gute-Kita-Gesetz“ sieht vor, dass die Bundesländer aus einem „Instrumentenkasten“ je nach Bedarf eigene Handlungsfelder definieren können, um die Qualität der Kindertagesbetreuung zu verbessern. Dafür können sie über einen Zeitraum von vier Jahren (bis 2022) auf die finanzielle Unterstützung durch den Bund im Gesamtvolumen von 5,5 Milliarden Euro zurückgreifen. „Das ‚Gute-Kita-Gesetz‘ ist der erste wichtige Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Versorgungs- Qualitätsverbesserung in der frühkindlichen Bildung“, sagte dbb Chef Ulrich Silberbach am 20. September 2018 in Berlin.

„Diesem ersten Schritt, auf den Kinder, Eltern und die Kita-Beschäftigten immerhin jahrelang gewartet haben, müssen jetzt zügig viele weitere Schritte folgen, um wirksame Erfolge zu erzielen“, mahnte Silberbach. Zwar sei der Bund nach der Verbändeanhörung zum Gesetzentwurf auf die dbb Forderungen nach einer stärkeren Priorisierung der Stärkung der Kita-Leitungen und der Förderung der sprachlichen Bildung eingegangen. „Die Finanzierung der Maßnahmen für die Zeit nach 2022 ist jedoch weiterhin ungewiss, insofern ist gerade die Nachhaltigkeit des Vorhabens fraglich“, gab der dbb Bundesvorsitzende zu bedenken.

Oberstes Ziel sei nun die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften für die frühkindliche Bildung, machte Silberbach deutlich. „Mit dem Personal steht oder fällt die angestrebte Verbesserung. Deswegen sollten hier bundesweit zentrale Maßnahmen ergriffen werden.“ Auch bei den von den Ländern vorzunehmenden Qualitätsanalysen, dem zeitlichen Fahrplan für die einzelnen Umsetzungsschritte sowie der Einrichtung der Geschäftsstelle des Bundes für Koordinierungsaufgaben sei ein zeitnahes und flächendeckend koordiniertes Vorgehen wünschenswert, so der dbb Chef.

Die dbb bundesfrauenvertretung wies anlässlich des Kabinettsbeschlusses erneut auf die frauen- und gleichstellungspolitischen Signale des „Gute-Kita-Gesetzes“ hin: „Die Wünsche der Eltern, wie sie Familie und Beruf verbinden wollen, haben sich gewandelt. Frauen wollen mehr, Männer weniger arbeiten. Beide wollen qualitativ hochwertige Zeit mit den Kindern verbringen. Frauen wollen Karriere machen und ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Dafür brauchen wir mehr Betreuungsplätze mit einer durchgängig hohen Betreuungsqualität. Das geht aber nur, wenn auch die überwiegend weiblichen Betreuungskräfte selbst gute Arbeitsbedingungen vorfinden – in Form von angemessener Bezahlung, guten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie attraktiven Entwicklungschancen“, betonte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung.

20.09.2018


Giffey: Aufwertung sozialer Berufe

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat vor Absolventen einer Fachschule für Erzieherinnen und Erzieher in Berlin angekündigt, dass sie im nächsten Jahr eine Fachkräfteoffensive starten will. „Wir müssen soziale Berufe aufwerten“, meinte die Familienministerin. Ein Schritt dazu sei die Abschaffung des Schulgelds und eine Ausbildungsvergütung.

Beide Vorschläge aus dem Familienministerium begrüßt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. In Baden-Württemberg wird an den öffentlichen beruflichen Schulen aber ohnehin kein Schulgeld erhoben. Mit der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) steht in Baden-Württemberg zudem ein Modell mit einer vergüteten Ausbildung bereit.

Der Südwesten scheint deshalb bei der Erzieherausbildung gut aufgestellt zu sein, insbesondere, da Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann bereits angekündigt hat, auf das Ziel der Verdopplung der PIA-Ausbildungsplätze für Erzieherinnen und Erzieher hinzuwirken. Der VBE Baden-Württemberg begrüßt dieses Vorhaben als Schritt auf dem richtigen Weg. Ziel der Ausbaubemühungen muss jedoch sein, dass alle Erzieherinnen und Erzieher während ihrer Ausbildung eine Vergütung erhalten.

Will man Fachkräfte gewinnen, geht das nur, wenn man Geld in die Hand nimmt und Fachkräfte auch entsprechend bezahlt. Was in der Wirtschaft gilt, das gilt auch für die Sozialberufe. Der VBE steht deswegen neben einer bezahlten Ausbildung auch für die finanzielle Besserstellung der sozialen Berufe und insbesondere des Erzieherinnenberufs ein.

Hintergrund:

Im Ausbildungsjahr 2017/18 befanden sich in Baden-Württemberg 10.421 Auszubildende in der Erzieherausbildung. 3.926 der Auszubildenden absolvieren die PIA-Ausbildung (das entspricht 37,67%), 6.495 Auszubildende absolvieren die klassische, unbezahlte Erzieherausbildung (das entspricht 62,33 Prozent).


Studie belegt erneut Personalmangel in Kitas

Der Personalschlüssel in Krippen und Kindergärten hat sich im Bundesdurchschnitt leicht verbessert, zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Trotzdem fehlen in der frühkindlichen Bildung immer noch knapp 130.000 Fachkräfte.

„Dass einzelne Beschäftigte weniger Kinder betreuen müssen, ist eine gute Nachricht. Von einer auskömmlichen Personalausstattung sind wir aber immer noch weit entfernt“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am 28. August 2018. Für Krippen fordere der dbb einen Betreuungsschlüssel von 3 Kindern pro Fachkraft (aktuell: 4,3 Kinder/Fachkraft) und für Kindergärten von 7 Kindern pro Fachkraft (aktuell 9,1 Kinder/Fachkraft). „Wir setzen große Hoffnungen in das Gute-Kita-Gesetz von Familienministerin Franziska Giffey. Allerdings darf die Gewinnung von zusätzlichen Fachkräften perspektivisch kein Wahlinstrument für die Bundesländer bleiben, sondern muss unseres Erachtens zumindest langfristig bundesweit umgesetzt werden. Das bedeutet auch: Arbeitsbedingungen und Bezahlung müssen spürbar besser werden.“

In diesem Zusammenhang verwies Silberbach auch auf die immer noch enormen Qualitätsunterschiede in der Kinderbetreuung zwischen den Bundesländern, insbesondere zwischen Ost und West, die der „Monitor frühkindliche Bildung“ der Bertelsmann-Stiftung erneut belege. „Wir sehen die Gefahr, dass die Länder hier nur für sie ‚bequeme‘ Instrumente aus dem Gute-Kita-Gesetz umsetzen. Hierbedarf es daher künftig bundeweit einheitlicher Mindeststandards“, so der dbb Chef. Zudem sei die zusätzliche Finanzierung des Bundes nur für vier Jahre, also bis 2022 gesichert. „Wer frühkindliche Bildung nachhaltig verbessern will, muss auch dauerhaft mehr Geld zur Verfügung stellen.“

28. August 2018

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Jugend- und Familienministerkonferenz

Frühkindliche Bildung: Initiative gegen Personalmangel

Die Jugend- und Familienministerkonferenz hat Empfehlungen verabschiedet, um dem Personalmangel in der frühkindlichen Bildung entgegenzuwirken. Der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach begrüßt die Initiative, fordert aber weitergehende Maßnahmen.

„Mit dem aktuellen Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen haben wir einen wichtigen Schritt zu einer besseren Bezahlung gerade auch für Erzieherinnen und Erzieher gemacht, sowohl bei den Berufseinsteigern als auch bei erfahrenen Fachkräften“, sagte Silberbach am 4. Mai 2018. Insofern seien die Tarifparteien den Empfehlungen der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) sogar ein Stück voraus. „Klar ist aber auch, dass damit nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Sowohl die Bezahlung nach der Entgelttabelle als auch die Regeln für die Eingruppierung müssen weiter optimiert werden, um der gesellschaftlichen Bedeutung der frühkindlichen Bildung gerecht zu werden.“

Neben höherer Bezahlung seien aber weitere Maßnahmen erforderlich. „Es ist richtig, dass die JFMK auch das Thema Arbeitszeit angehen will, um das Berufsfeld attraktiver zu machen. Die Reduzierung von Befristungen sollte dabei selbstverständlich sein – übrigens nicht nur im Bildungssektor“, so der dbb Chef. „Gerade Erzieherinnen und Erzieher arbeiten oft in Teilzeit. Wenn es hier den Wunsch nach Aufstockung gibt, sollte dem nachgekommen werden. Das wäre auch mit Blick auf den Wunsch vieler Eltern nach flexibleren und längeren Betreuungszeiten nur konsequent. Wir können auch über ganz neue Arbeitszeitmodelle nachdenken, wenn sie im Interesse der Beschäftigten sind und sie in enger Abstimmung mit den Gewerkschaften erprobt und eingeführt werden.“

Weitere Vorschläge der JFMK wie die Weiterentwicklung der Gewinnung von Quereinsteigern will der dbb nur unter Vorbehalten unterstützen. Silberbach: „Grundsätzlich ist es richtig, bei besonderem Bedarf das Berufsfeld für Seiteneinsteiger zu öffnen. Dabei darf aber unter keinen Umständen die Qualität der frühkindlichen Bildung leiden. Niemand sollte der Illusion erliegen, dass das notwendige Rüstzeug für diese herausfordernde Aufgabe nebenbei erlernt werden kann. Deshalb müssen die Bewerber schon vor dem Einstieg entsprechend geschult und auch danach intensiv weitergebildet werden. Schon heute muss die Praxisanleitung durch erfahrenes Personal erfolgen. Dafür stehen den Kolleginnen und Kollegen aber keine gesonderten Zeitkontingente zur Verfügung, wodurch ihre Arbeitsbelastung weiter steigt. Insofern ist es fraglich, ob diese Maßnahme kurzfristig überhaupt Wirkung entfalten kann.“

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Zu den Ergebnissen der Einkommensrunde Bund und Kommunen 2018 (dbb.de)