Erzieher/-innen

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Der VBE kämpft für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von pädagogischen Fachkräften im Sozial- und Erziehungsdienst, Erziehern/-innen, Kindheitspädagogen/-innen, Sozialarbeitern/ -innen und Sozialpädagogen/-innen. Er macht sich stark für die Erhöhung der Wertschätzung und der gesellschaftlichen Anerkennung dieser Berufsgruppen.

Wichtige Forderungen:

  • Verbesserung der Personalausstattung in den Kindertagesstätten
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für die gesamte pädagogische Arbeit
  • Vor- und Nachbereitungszeit für die Umsetzung des Baden-Württembergischen Bildungsplans
  • Orientierung der pädagogischen Arbeit an aktuellen Erkenntnissen der Pädagogik und angrenzender Wissenschaften
  • Arbeitszeit für Leitungstätigkeit in Höhe des tatsächlichen Aufwands, auch für Stellvertreter/-innen
  • Praxisbezogene Fort- und Weiterbildungsangebote in hoher Qualität
  • Zeit- und inhaltsgleiche Umsetzung der Ergebnisse der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst im Bereich freier Träger
  • Vertretung der Rechte durch Personalräte und Betriebsräte

dbb startet Online-Umfrage

Sozial- und Erziehungsdienst: „Wir lassen nicht locker“

Die Arbeitsbedingungen im Sozial- und Erziehungsdienst müssen sich weiter verbessern, darin sind sich Forschung und Praxis einig. Wie genau, das soll unter anderem eine Online-Umfrage des dbb ergeben.

„Wir wollen ein möglichst genaues Bild davon, wo genau die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Schuh drückt“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende und Fachvorstand Tarifpolitik des dbb Volker Geyer am 1. Oktober 2019. „Deshalb haben wir uns entschieden, eine Online-Befragung zum Thema durchzuführen. Diese kann die vielen persönlichen Gespräche in den Betrieben und Dienststellen, die wir kontinuierlich führen, mit Sicherheit sinnvoll ergänzen.“

Sowohl der qualitative als auch quantitative Anspruch an die Beschäftigten steige kontinuierlich. „Schon der enorme Fachkräftemangel, beispielsweise in den Jugendämtern oder in den Kitas, spricht eine deutliche Sprache: Wir müssen als Gesellschaft endlich mehr in die soziale Infrastruktur des Landes investieren, wenn wir den Leistungen der Beschäftigten und den Erwartungen der Nachwuchskräfte gerecht werden wollen“ , erklärte der dbb Tarifchef.

Die Arbeitsbedingungen im Sozial- und Erziehungsdienst werden im Bereich des kommunalen öffentlichen Dienstes alle fünf Jahre zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern verhandelt – zusätzlich zu den allgemeinen Einkommensrunden, um das Berufsfeld langfristig aufzuwerten. Die letzte entsprechende Tarifeinigung stammt aus dem Herbst 2015. „Das war damals ein hart erkämpfter Kompromiss“, erklärte dbb Verhandlungsführer Andreas Hemsing. „Wir haben dabei unter anderem vereinbart, uns schon deutlich vor den nächsten Verhandlungen im Jahr 2020 über die Erfahrungen und notwendige Weiterentwicklung des letzten Abschlusses auszutauschen. Deshalb brauchen wir von den Beschäftigten ein möglichst klares Votum, wohin die Reise im kommenden Jahr gehen soll.“

Sozial- und Erziehungsdienst: Umfrage (dbb.de)

Sozial- und Erziehungsdienst: Sonderseite (dbb.de)


Personalmangel in Kitas: In Qualität statt Kostenfreiheit investieren

Noch immer fehlen in Deutschlands Kitas mehr als 106.000 Erzieherinnen und Erzieher. „Die neuen Zahlen der Bertelsmann Stiftung geben keinen Grund sich zurückzulehnen“, macht dbb Chef Ulrich Silberbach klar.

Trotz aller Kraftanstrengungen wird die unzureichende Personalausstattung in deutschen Kitas zunehmend zum Problem. „Zwar hat sich die Zahl der pädagogischen Fachkräfte durch den Kita-Ausbau deutlich erhöht, doch die Personalschlüssel verbessern sich vielerorts zu langsam“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Kita-Ländermonitors der Bertelsmann Stiftung am 26. September 2019.

„Der Personalmangel belastet nicht nur die Kita-Qualität, sondern auch die Erzieherinnen und Erzieher und erschwert es, mehr Menschen für den Beruf zu begeistern. Mit dem geplanten Recht auf ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung für Grundschulkinder kommt gleichzeitig eine gewaltige Herausforderung auf uns zu“, warnte Silberbach. Daher müsse weiter in Personal investiert werden: „Wir brauchen mehr Fachkräfte. Dafür müssen die Arbeitsbedingungen attraktiver werden. Das beginnt bei der vergüteten Ausbildung und geht weiter bei der Bezahlung, den Aufstiegschancen und den konkreten Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger können helfen, die Situation zu entspannen. Für uns ist dabei maßgebend, dass es mittelfristig keine Qualifikationsabsenkungen beim Personal gibt. Das bedeutet, dass die quereinsteigenden Kolleginnen und Kollegen sukzessive nachqualifiziert werden müssen bis auf das Niveau regulär ausgebildeter Erzieherinnen und Erzieher“, forderte der dbb Chef.

Kritisch merkte er an: „Wir sehen mit Sorge, dass einige Bundesländer die Mittel aus dem ‚Gute-Kita-Gesetz‘ in die Kostenfreiheit der Kinderbetreuung investieren anstatt in Qualitätsverbesserungen. Wir wissen aber von den Eltern, dass sie lieber – einkommensgestaffelt – etwas zuzahlen, statt auf Qualität zu verzichten. Das müssen wir den verantwortlichen Politikerinnen und Politikern klar machen.“

Auch die Bertelsmann Stiftung mahnt: „Personal hat Vorrang. Für mehr Plätze, eine gute Kitaqualität und den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder brauchen wir mehr Erzieherinnen und Erzieher. Diese können wir nur gewinnen und halten, wenn die Arbeitsbedingungen gut und attraktiv sind. Kindgerechte Personalschlüssel sind dafür eine wichtige Stellschraube“, so Stiftungs-Vorstand Jörg Dräger. Um neue Fachkräfte zu gewinnen, fordert er Verbesserungen im Ausbildungssystem für Erzieherinnen und Erzieher: bundesweit kostenfreie Ausbildung, eine angemessene Ausbildungsvergütung sowie Renten- und Sozialversicherungspflicht für alle Ausbildungsgänge.


Deutscher Kita-Preis

Frühkindliche Bildung: Jeder Cent ist gut investiert

„Das persönliche Engagement und die professionelle Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher ist ausschlaggebend für die Qualität der frühkindlichen Bildung. Dass es hierfür eine bundesweite und hochdotierte Auszeichnung gibt, unterstützen wir ausdrücklich“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am 13. Mai 2019 anlässlich der Verleihung des Deutschen Kita-Preises.

Die Kleinsten in ihrer Entwicklung und gesellschaftlichen Integration zu fördern, ist nicht nur ein essenzielles Anliegen der Initiatoren des Deutschen Kita-Preises, sondern stellt auch eine der größten Herausforderungen an unsere Gesellschaft dar, machte Silberbach deutlich. „Die Beschäftigten in den Kindertagesstätten haben dafür die größte Anerkennung verdient. Das schließt eine gute personelle und materielle Grundausstattung der Kitas ebenso ein wie wertschätzende Arbeitsbedingungen und eine Bezahlung, die die verantwortungsvolle Tätigkeit der Erzieherinnen und Erzieher angemessen honoriert“, so der dbb Chef.

„Mit jedem Cent, den wir in die Förderung von Kindern stecken, und zwar so früh wie möglich, investieren wir auch in die Zukunft einer Gesellschaft, die für mehr Chancengerechtigkeit und Gleichberechtigung von Beginn an steht“, betonte die Stellvertretende Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, Jutta Endrusch, die für den dbb beamtenbund und tarifunion als Jurymitglied an der Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger teilnahm. „Mit dem Ausbau der Kitabetreuung und der Sicherung der Bildungs- und Betreuungsqualität verbessern wir die Startchancen der Allerkleinsten und schaffen Müttern und zunehmend auch Vätern den nötigen Freiraum für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Denn nur, wer seine Kinder in einer Kita gut aufgehoben weiß, kann unbeschwert und existenzsichernd am Arbeitsleben teilhaben.“

13.05.2019

Hintergrund:

Mehr als 1 600 Bewerbungen von Kitas und kommunalen Bündnissen wurden für den Deutschen Kita-Preis eingereicht. Von den insgesamt 20 Finalisten werden am 13. Mai 2019, dem Tag der Kinderbetreuung, zehn ausgezeichnet – fünf in der Kategorie „Kita des Jahres“ und fünf in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“. Die beiden Erstplatzierten können sich jeweils über 25.000 Euro freuen. Pro Kategorie wird es zudem vier weitere Preisträger geben, die jeweils 10.000 Euro erhalten. Der Deutsche Kita-Preis wurde 2018 erstmals vergeben und ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, der Karg-Stiftung, ELTERN, dem Didacta-Verband und der Deutschen Weihnachtslotterie.

Mehr zum Deutschen Kita-Preis und den nominierten Kitas unter www.deutscher-kita-preis.de.


Bundestag und Bundesrat wollen am 14. Dezember 2018 das Gute-Kita-Gesetz verabschieden. Trotz einiger Bedenken begrüßt der dbb die Entscheidung als wichtigen ersten Schritt auf dem Weg zu besserer frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung.

Das Gesetz sieht vor, dass der Bund über vier Jahre (bis 2022) 5,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Kita-Betreuung investiert. Die Bundesländer können das Geld je nach Bedarf für Instrumente zur Verbesserung der Qualität ausgeben. Auch die (teilweise) Befreiung einkommensschwacher Familien von den Kita-Gebühren kann damit bezahlt werden, ebenso wie beispielsweise Maßnahmen zur Fachkräfte-Gewinnung und -Qualifizierung oder zur Verbesserung des Betreuungsschlüssels.

„Die gute Nachricht ist: Damit wird endlich mehr Geld in frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung investiert“, sagte dbb Chef Ulrich Silberbach am Vortag der Entscheidung. „Wir halten insbesondere eine bessere Bezahlung für Erzieherinnen und Erzieher für überfällig, um die dringend benötigten Fachkräfte zu gewinnen.“ Perspektivisch müssten allerdings bundesweit geltende Qualitätsstandards entwickelt und die Finanzierung über das Jahr 2022 hinaus sichergestellt werden.

Mit Sorge sehe der dbb, dass der Bund den Ländern größere Spielräume bei der Verwendung des Geldes für die Beitragsgestaltung einräume, als zunächst geplant. „Die Ziele ‚Qualität‘ und ‚Teilhabe‘ durch Staffelung/Abschaffung der Beiträge dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Darauf werden wir ein Auge haben müssen“, so Silberbach. „Trotzdem ist es gut, dass das Gesetz nun auf dem Weg ist. Frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung sind zu große Aufgaben, als dass wir uns weiteres Zögern erlauben könnten.“

13.12.2018

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Bundeskabinett beschließt Milliardenförderung
„Gute-Kita-Gesetz“: Erstem Schritt müssen viele weitere folgen
Der dbb hat die Verabschiedung des „Gute-Kita-Gesetz“ durch das Bundeskabinett begrüßt, forderte aber zugleich zügige weitere Maßnahmen zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung in Deutschland.

Das „Gute-Kita-Gesetz“ sieht vor, dass die Bundesländer aus einem „Instrumentenkasten“ je nach Bedarf eigene Handlungsfelder definieren können, um die Qualität der Kindertagesbetreuung zu verbessern. Dafür können sie über einen Zeitraum von vier Jahren (bis 2022) auf die finanzielle Unterstützung durch den Bund im Gesamtvolumen von 5,5 Milliarden Euro zurückgreifen. „Das ‚Gute-Kita-Gesetz‘ ist der erste wichtige Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Versorgungs- Qualitätsverbesserung in der frühkindlichen Bildung“, sagte dbb Chef Ulrich Silberbach am 20. September 2018 in Berlin.

„Diesem ersten Schritt, auf den Kinder, Eltern und die Kita-Beschäftigten immerhin jahrelang gewartet haben, müssen jetzt zügig viele weitere Schritte folgen, um wirksame Erfolge zu erzielen“, mahnte Silberbach. Zwar sei der Bund nach der Verbändeanhörung zum Gesetzentwurf auf die dbb Forderungen nach einer stärkeren Priorisierung der Stärkung der Kita-Leitungen und der Förderung der sprachlichen Bildung eingegangen. „Die Finanzierung der Maßnahmen für die Zeit nach 2022 ist jedoch weiterhin ungewiss, insofern ist gerade die Nachhaltigkeit des Vorhabens fraglich“, gab der dbb Bundesvorsitzende zu bedenken.

Oberstes Ziel sei nun die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften für die frühkindliche Bildung, machte Silberbach deutlich. „Mit dem Personal steht oder fällt die angestrebte Verbesserung. Deswegen sollten hier bundesweit zentrale Maßnahmen ergriffen werden.“ Auch bei den von den Ländern vorzunehmenden Qualitätsanalysen, dem zeitlichen Fahrplan für die einzelnen Umsetzungsschritte sowie der Einrichtung der Geschäftsstelle des Bundes für Koordinierungsaufgaben sei ein zeitnahes und flächendeckend koordiniertes Vorgehen wünschenswert, so der dbb Chef.

Die dbb bundesfrauenvertretung wies anlässlich des Kabinettsbeschlusses erneut auf die frauen- und gleichstellungspolitischen Signale des „Gute-Kita-Gesetzes“ hin: „Die Wünsche der Eltern, wie sie Familie und Beruf verbinden wollen, haben sich gewandelt. Frauen wollen mehr, Männer weniger arbeiten. Beide wollen qualitativ hochwertige Zeit mit den Kindern verbringen. Frauen wollen Karriere machen und ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Dafür brauchen wir mehr Betreuungsplätze mit einer durchgängig hohen Betreuungsqualität. Das geht aber nur, wenn auch die überwiegend weiblichen Betreuungskräfte selbst gute Arbeitsbedingungen vorfinden – in Form von angemessener Bezahlung, guten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie attraktiven Entwicklungschancen“, betonte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung.

20.09.2018


Giffey: Aufwertung sozialer Berufe

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat vor Absolventen einer Fachschule für Erzieherinnen und Erzieher in Berlin angekündigt, dass sie im nächsten Jahr eine Fachkräfteoffensive starten will. „Wir müssen soziale Berufe aufwerten“, meinte die Familienministerin. Ein Schritt dazu sei die Abschaffung des Schulgelds und eine Ausbildungsvergütung.

Beide Vorschläge aus dem Familienministerium begrüßt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. In Baden-Württemberg wird an den öffentlichen beruflichen Schulen aber ohnehin kein Schulgeld erhoben. Mit der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) steht in Baden-Württemberg zudem ein Modell mit einer vergüteten Ausbildung bereit.

Der Südwesten scheint deshalb bei der Erzieherausbildung gut aufgestellt zu sein, insbesondere, da Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann bereits angekündigt hat, auf das Ziel der Verdopplung der PIA-Ausbildungsplätze für Erzieherinnen und Erzieher hinzuwirken. Der VBE Baden-Württemberg begrüßt dieses Vorhaben als Schritt auf dem richtigen Weg. Ziel der Ausbaubemühungen muss jedoch sein, dass alle Erzieherinnen und Erzieher während ihrer Ausbildung eine Vergütung erhalten.

Will man Fachkräfte gewinnen, geht das nur, wenn man Geld in die Hand nimmt und Fachkräfte auch entsprechend bezahlt. Was in der Wirtschaft gilt, das gilt auch für die Sozialberufe. Der VBE steht deswegen neben einer bezahlten Ausbildung auch für die finanzielle Besserstellung der sozialen Berufe und insbesondere des Erzieherinnenberufs ein.

Hintergrund:

Im Ausbildungsjahr 2017/18 befanden sich in Baden-Württemberg 10.421 Auszubildende in der Erzieherausbildung. 3.926 der Auszubildenden absolvieren die PIA-Ausbildung (das entspricht 37,67%), 6.495 Auszubildende absolvieren die klassische, unbezahlte Erzieherausbildung (das entspricht 62,33 Prozent).


Studie belegt erneut Personalmangel in Kitas

Der Personalschlüssel in Krippen und Kindergärten hat sich im Bundesdurchschnitt leicht verbessert, zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Trotzdem fehlen in der frühkindlichen Bildung immer noch knapp 130.000 Fachkräfte.

„Dass einzelne Beschäftigte weniger Kinder betreuen müssen, ist eine gute Nachricht. Von einer auskömmlichen Personalausstattung sind wir aber immer noch weit entfernt“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am 28. August 2018. Für Krippen fordere der dbb einen Betreuungsschlüssel von 3 Kindern pro Fachkraft (aktuell: 4,3 Kinder/Fachkraft) und für Kindergärten von 7 Kindern pro Fachkraft (aktuell 9,1 Kinder/Fachkraft). „Wir setzen große Hoffnungen in das Gute-Kita-Gesetz von Familienministerin Franziska Giffey. Allerdings darf die Gewinnung von zusätzlichen Fachkräften perspektivisch kein Wahlinstrument für die Bundesländer bleiben, sondern muss unseres Erachtens zumindest langfristig bundesweit umgesetzt werden. Das bedeutet auch: Arbeitsbedingungen und Bezahlung müssen spürbar besser werden.“

In diesem Zusammenhang verwies Silberbach auch auf die immer noch enormen Qualitätsunterschiede in der Kinderbetreuung zwischen den Bundesländern, insbesondere zwischen Ost und West, die der „Monitor frühkindliche Bildung“ der Bertelsmann-Stiftung erneut belege. „Wir sehen die Gefahr, dass die Länder hier nur für sie ‚bequeme‘ Instrumente aus dem Gute-Kita-Gesetz umsetzen. Hierbedarf es daher künftig bundeweit einheitlicher Mindeststandards“, so der dbb Chef. Zudem sei die zusätzliche Finanzierung des Bundes nur für vier Jahre, also bis 2022 gesichert. „Wer frühkindliche Bildung nachhaltig verbessern will, muss auch dauerhaft mehr Geld zur Verfügung stellen.“

28. August 2018

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Jugend- und Familienministerkonferenz

Frühkindliche Bildung: Initiative gegen Personalmangel

Die Jugend- und Familienministerkonferenz hat Empfehlungen verabschiedet, um dem Personalmangel in der frühkindlichen Bildung entgegenzuwirken. Der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach begrüßt die Initiative, fordert aber weitergehende Maßnahmen.

„Mit dem aktuellen Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen haben wir einen wichtigen Schritt zu einer besseren Bezahlung gerade auch für Erzieherinnen und Erzieher gemacht, sowohl bei den Berufseinsteigern als auch bei erfahrenen Fachkräften“, sagte Silberbach am 4. Mai 2018. Insofern seien die Tarifparteien den Empfehlungen der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) sogar ein Stück voraus. „Klar ist aber auch, dass damit nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Sowohl die Bezahlung nach der Entgelttabelle als auch die Regeln für die Eingruppierung müssen weiter optimiert werden, um der gesellschaftlichen Bedeutung der frühkindlichen Bildung gerecht zu werden.“

Neben höherer Bezahlung seien aber weitere Maßnahmen erforderlich. „Es ist richtig, dass die JFMK auch das Thema Arbeitszeit angehen will, um das Berufsfeld attraktiver zu machen. Die Reduzierung von Befristungen sollte dabei selbstverständlich sein – übrigens nicht nur im Bildungssektor“, so der dbb Chef. „Gerade Erzieherinnen und Erzieher arbeiten oft in Teilzeit. Wenn es hier den Wunsch nach Aufstockung gibt, sollte dem nachgekommen werden. Das wäre auch mit Blick auf den Wunsch vieler Eltern nach flexibleren und längeren Betreuungszeiten nur konsequent. Wir können auch über ganz neue Arbeitszeitmodelle nachdenken, wenn sie im Interesse der Beschäftigten sind und sie in enger Abstimmung mit den Gewerkschaften erprobt und eingeführt werden.“

Weitere Vorschläge der JFMK wie die Weiterentwicklung der Gewinnung von Quereinsteigern will der dbb nur unter Vorbehalten unterstützen. Silberbach: „Grundsätzlich ist es richtig, bei besonderem Bedarf das Berufsfeld für Seiteneinsteiger zu öffnen. Dabei darf aber unter keinen Umständen die Qualität der frühkindlichen Bildung leiden. Niemand sollte der Illusion erliegen, dass das notwendige Rüstzeug für diese herausfordernde Aufgabe nebenbei erlernt werden kann. Deshalb müssen die Bewerber schon vor dem Einstieg entsprechend geschult und auch danach intensiv weitergebildet werden. Schon heute muss die Praxisanleitung durch erfahrenes Personal erfolgen. Dafür stehen den Kolleginnen und Kollegen aber keine gesonderten Zeitkontingente zur Verfügung, wodurch ihre Arbeitsbelastung weiter steigt. Insofern ist es fraglich, ob diese Maßnahme kurzfristig überhaupt Wirkung entfalten kann.“

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