Land verteilt 1.440 Lehrerstellen – VBE fordert gerechte Ressourcen für alle Schularten

Das Ministerium hat die Zuweisung der 1.440 bisher nicht besetzten Lehrerstellen bekannt gegeben. Der VBE kritisiert die vorgesehene Verteilung mit Blick auf die tatsächliche Bedarfssituation an den Schulen scharf. So erhält das bereits vollversorgte Gymnasium weitere 50 Vollzeit-Deputate. Außerdem sollen weitere 300 Referendare am Gymnasium an andere Schularten abgeordnet werden, die aber eine Rückkehrgarantie erhalten und nach drei Jahren ans Gymnasium wechseln können.

 

Seit Jahren beobachten wir einen eklatanten Mangel an Lehrkräften an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Dieser massive Mangel setzt sich im Bereich der Grundschulen fort. Aber auch in der Sekundarstufe 1 verzeichnen wir in Baden-Württemberg je nach Region und Fach eine deutliche Bedarfslage an Lehrerinnen und Lehrern.

Das Ministerium hätte nun die Möglichkeit, diese insgesamt prekäre Mangellage zumindest deutlich zu lindern. Doch ungeachtet dieser Notlage weist es der bestversorgten Schulart Baden-Württembergs, dem Gymnasium,  insgesamt 350 weitere Stellen zu. Nach drei Jahren sind viele der abgeordneten Gymnasiallehrkräfte für die anderen Schularten wieder verloren.

VBE fordert Chancengleichheit im Bildungssystem

Mittel- und langfristig steht damit zu befürchten, dass sich die bestehende Ungleichheit im Schulsystem verstärken wird. Statt einer ausgewogenen Ressourcenverteilung droht eine weitere Verschärfung der Unterschiede zwischen den Schularten.

Der VBE fordert eine gerechtere Verteilung der Lehrerstellen und Ressourcen, um die Qualität und Chancengleichheit im Bildungssystem nachhaltig zu sichern. Außerdem muss offengelegt werden, welche Schularten seit 2005 wie viele Stellen verloren haben.