Die Inflationsrate hat sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um 2,2 % erhöht. Die Verbraucher mussten und müssen somit 2,2 % mehr Einkommen aufwenden, um ihren Alltag zu sichern. Vor diesem Hintergrund erscheint es wie Hohn, wenn man sich die Antwort der TdL (Tarifkommission deutscher Länder) auf die erneut gestellten Forderungen der Gewerkschaftsvertreter betrachtet. Nach zwei Tagen zäher Verhandlungen hüllt man sich in Andeutungen. Ein konkretes Angebot ist ausgeblieben. Eine Prozentzahl knapp über der Inflationsgrenze hält man, aus Sicht der Arbeitgeber, für denkbar.
Die Laufzeit müsse auf 29 Monate steigen und für das Jahr 2025 (der letzte Tarifvertrag endete am 31.10.2025) müssten Nullmonate aufgerufen werden. Spätestens mit den Nullmonaten, deren Umfang auch nur angedeutet wurde und damit noch nicht klar ist, gleicht das faktisch einer Lohnsenkung.
Ein Schlag ins Gesicht der Arbeitnehmer, die in den vergangenen Jahren den Fachkräftemangel für das Land in allen Bereichen ausgleichen und damit den Laden zusammenhalten.
Eine Verbesserung bezüglich der Übernahmeregelungen für Auszubildende und Studierende wurde abgeschmettert. Eine Erhöhung von Zulagen und Zuschlägen hält man nicht für notwendig. „Die Umsetzung der stufengleichen Höhergruppierung, der Einstieg in eine Novellierung der Entgeltordnung und die Einführung der vollständigen Paralleltabelle für Lehrkräfte werden von der TdL streitig gestellt und sollen vor der nächsten Verhandlungsrunde in einer Arbeitsgruppe weiter besprochen werden.“, so Andreas Hemsing, der als zweiter Vorsitzender unseres Dachverbands, des dbb und Fachvorstand Tarifpolitik mitverhandelt.
Fasst man das alles zusammen, so wird deutlich, dass man weit hinter dem Ergebnis des TVöD, der im vergangenen Frühjahr verhandelt wurde, zurückbleiben möchte. Ausgehandelt wurde damals eine lineare Forderung von 5,8 %, die in zwei Schritten erfolgen soll.
Von Wertschätzung kann, in Anbetracht solcher Vorstellungen, nicht gesprochen werden.
Da verwundert es nicht, dass die Arbeitnehmervertreter ihre Mitglieder mobilisieren und zum Streik aufrufen.
Der Arbeitgeberseite muss deutlich Gewahr werden, dass wir viele sind, dass wir entschlossen sind und nicht nur während Corona systemrelevant waren. Sie müssen verstehen, dass ein solcher Umgang mit ihren Mitarbeitern nicht zielführend und nicht weiter hinnehmbar ist.
Und damit hier der Aufruf zur Großkundgebung in Stuttgart:
Wann? Donnerstag, den 05.02.2025
Treffpunkt? Lautenschlagerstraße/Ecke Kronenstraße
Uhrzeit? Ab 11 Uhr
Geplant ist ein Protestzug um 11.45 Uhr zum Schlossgarten.
Dort findet dann die Großkundgebung statt.
Es ist an der Zeit!
Mobilisieren Sie alle tarifbeschäftigten Kolleginnen und Kollegen, die Sie kennen.Auch Beamtinnen und Beamte, die keinen Unterricht haben, sind in ihrer Freizeit aufgerufen sich an der Aktion zu beteiligen.
Ebenso auch die Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger, Studentinnen und Studenten.
Unterstützen Sie unseren Kampf durch Ihre Anwesenheit!
Da die TdL ein Schlichtungsverfahren von vornherein abgelehnt hat, stehen uns, bei gleichbleibender Verweigerungshaltung seitens der Arbeitgeber, stürmische Wochen bevor.
Wir sehen uns!
Ruth Schweikert, Landesreferatsleiterin Arbeitnehmer
