VBE-Mitglieder beteiligen sich am Warnstreik in Freiburg

Die zweite Verhandlungsrunde der Einkommensrunde 2025 für die Beschäftigten von Bund und Kommunen am 17. und 18. Februar 2025 blieb ohne entscheidende Fortschritte. Die Arbeitgeberseite blockierte weiterhin und lehnte die Forderungen der Gewerkschaften als zu hoch ab. Derzeit liegt für die 3. Verhandlungsrunde kein Angebot der Arbeitgeberseite als Verhandlungsgrundlage vor. Angesichts dieser Verweigerungshaltung verstärken die Gewerkschaften nun den Druck auf der Straße – mit Warnstreiks und Demonstrationen.

Auch der VBE beteiligte sich aktiv an den Protesten in Freiburg. Zahlreiche Mitglieder kamen zum Warnstreik, um für eine angemessene Anerkennung ihrer Arbeit einzutreten. Die zentrale Kundgebung fand am Platz der Alten Synagoge statt, bei der Sprecher der Fachgewerkschaften eine klare Botschaft an die Arbeitgeberseite richteten.

Die Hauptredner der Kundgebung betonten vor allem die mangelnde Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeber und die gravierenden Folgen, die dies für den öffentlichen Dienst hat:

  • Keine Angebote, keine Fortschritte: Trotz der großen Herausforderungen im öffentlichen Dienst gab es in der zweiten Verhandlungsrunde kein Arbeitgeberangebot – nicht einmal in Teilbereichen. Die Gewerkschaften kritisierten insbesondere die Untätigkeit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), die nicht einmal Kompromissbereitschaft erkennen ließ.
  • Attraktivität des öffentlichen Dienstes sichern: Die Arbeitgeber sprechen zwar von Wertschätzung, zeigen diese aber nicht in konkreten Verbesserungen. Mit der aktuellen Personalnot – bereits jetzt fehlen über 570.000 Fachkräfte – und der anstehenden Pensionierungswelle droht dem öffentlichen Dienst ein massiver Einbruch. Wer gute Fachkräfte halten und gewinnen will, muss bessere Arbeitsbedingungen bieten.
  • Forderungen der Gewerkschaften: Neben einer Gehaltserhöhung von 8 % (mindestens 350 Euro) stehen die Entlastung der Beschäftigten und eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung im Fokus. Besonders für Auszubildende, Praktikanten und dual Studierende fordern die Gewerkschaften eine Erhöhung von 200 Euro monatlich sowie die unbefristete Übernahme in Vollzeit.
  • Arbeitszeit und Belastung: Eine weitere zentrale Forderung ist die Einführung von zusätzlich drei freien Tage, um der stetig steigenden Arbeitsverdichtung entgegenzuwirken. Beschäftigte sollen mehr Entscheidungsfreiheit über ihre Arbeitszeit erhalten, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren.
  • Öffentlicher Dienst als Rückgrat der Gesellschaft: Die Redner machten deutlich, dass eine Schwächung des öffentlichen Dienstes direkte Folgen für die Bürgerinnen und Bürger hat. Ohne ausreichend Personal in Kitas, Schulen, sozialen Einrichtungen und der Verwaltung drohen Engpässe, längere Wartezeiten und ein Verlust an Qualität in essenziellen Bereichen.

Die Beschäftigten, darunter auch Erzieherinnen und Erzieher, PiA-Auszubildende und Berufspraktikanten, die dem Aufruf des VBE -Südbaden gefolgt sind, zeigten mit Fahnen und Westen ihre Entschlossenheit, für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Auch ehemalige Beschäftigte, Beamtinnen und Beamte unterstützten die Kundgebung solidarisch.

Die Streikenden machten deutlich: „Wenn die Arbeitgeber sich nicht bewegen, dann bewegen wir sie!“ Die Gewerkschaften werden den Druck weiter erhöhen, um in der dritten Verhandlungsrunde eine echte Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erreichen.

Susanne Sargk, Landesreferat Kitas im VBE Baden-Württemberg