VBE-Standpunkt zum Konzept des KM zur Stärkung von Schulleitungen

VBE-Standpunkt Konzept zur Stärkung von Schulleitungen

Der VBE sieht in dem Konzept zur Stärkung von Schulleitungen einen wichtigen ersten Schritt und empfindet dies als Wertschätzung gegenüber den Schulleiterinnen und Schulleitern mit ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit. Der VBE befürwortet grundsätzlich, dass Schulleitungen gestärkt werden und das Konzept enthält viele positive Vorschläge und Maßnahmen, die der VBE schon lange fordert. Es gibt aber auch wesentliche Kritikpunkte an dem Konzept.

Die Anhebung der Besoldung für Schulleitungen an Grundschulen, Hauptschulen, Werkrealschulen, Grund- und Hauptschulen sowie Grund- und Werkrealschulen begrüßen wir grundsätzlich. Allerdings erhalten nicht alle Schulleitungen kleiner Grundschulen A 13, sondern erst ab 41 Schülerinnen und Schülern. Der VBE fordert mindestens A 13 für Schulleitungen und die Abschaffung der unteren Grenze von 41 Schülerinnen und Schülern für eine Besoldung nach A 13. Ebenso müssen die Schulleiter- und Schulleiterinnen großer Real- und Gemeinschaftsschulen bei der Höhergruppierung berücksichtigt werden, da auch dort die Belastungen durch immer mehr Aufgaben stark angestiegen sind.

Für die Schulleitungen der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren müssen eigene Lösungen gefunden werden. Die Einführung einer Zulage für kommissarische Schulleitungen ist eine gute Maßnahme, die Wertschätzung zeigt. Sie sollte jedoch für die gesamte Dauer der kommissarischen Schulleitung gewährt werden, da auch von Anfang an der entsprechende Einsatz geleistet wird. Ergänzen möchten wir, dass Stellenbesetzungssperren kontraproduktiv sind und sofort abgeschafft werden müssen. Der VBE ist der Meinung, dass im Hinblick auf die gute Haushaltslage die finanziellen Maßnahmen für Schulleitungen bereits zum Schuljahr 2019/2020 umgesetzt werden müssen.

Ausbau von Unterstützungsystemen

Jede Schule benötigt unabhängig von der Schulform und –größe neben der Schulleiterin oder dem Schulleiter mindestens einen ständigen Vertreter (Konrektor/Konrektorin). Daher steht der VBE den Vorschlägen zum Ausbau der Assistenzsysteme positiv gegenüber, fordert aber die Schaffung zusätzlicher Funktionsstellen analog zum System der beruflichen Schulen und der Gymnasien. Zusätzlich sollten aus der Sicht des VBE verbindliche Leitlinien für die Unterstützung der Schulleitung durch Sekretariat und Hausmeister/-in erstellt werden.

Grundsätzlich begrüßt der VBE den Ausbau und die Weiterentwicklung der Fortbildungs- und Beratungsangebote. Eine Hospitationsphase bei erfahrenen Schulleiterinnen oder Schulleitern, ein fester Ansprechpartner in der Schulaufsicht, Supervision und Coaching sind aus unserer Sicht weitere geeignete Maßnahmen, um Schulleitungen bei ihrer Führungsaufgabe zu unterstützen.

Erhöhung der Leitungszeit

Das Kultusministerium beurteilt aus unserer Sicht richtig, dass die Menge und die Komplexität an Aufgaben für Schulleiterinnen und Schulleiter zugenommen haben. Zwar bedeutet eine Erhöhung der Leitungszeit hinsichtlich der gegenwärtigen Unterrichtsversorgung eine besondere Herausforderung, ist aber unverzichtbar um die steigende Belastung kompensieren zu können. Der VBE fordert daher eine sofortige Erhöhung der Leitungszeit schon mit Beginn des Schuljahres 2019/2020. 

Der Sockel für die Leitung kleiner Schulen muss aus unserer Sicht weiter erhöht werden. Mit 10 Wochenstunden sind die Schulleiterinnen und Schulleiter kleiner Schulen nicht ausreichend mit Leitungszeit versorgt. Grundsätzlich muss die Leitungszeit für Schulleitungen aller Schularten und Schulgrößen deutlich und spürbar erhöht werden. Die Vorschläge des Kultusministeriums reichen unserer Ansicht nach nicht aus.

Die Maßnahme den besonderen organisatorischen Aufwand für Schulen mit Außenstellen mit zusätzlichen Anrechnungsstunden zu unterstützen begrüßt der VBE ausdrücklich. Im Bereich der SBBZ sollen inklusiv beschulte Schüler auch für die Leitungszeit am SBBZ berücksichtigt werden. Dies ist aus der Sicht des VBE eine weitere sinnvolle Maßnahme, die ebenfalls befürwortet wird.

In der Ganztagesbetreuung und vor allem bei Ganztagsschulen fallen weitere zusätzliche Aufgaben für Schulleiterinnen und Schulleiter an. Keine Leitungszeit bei Ganztagesbetreuung bzw. die derzeit vorgesehene Leitungszeit von einer Stunde bei einer Ganztagsschule reichen nicht aus. Der VBE fordert, diese Maßnahmen noch einmal zu überdenken.

Der VBE begrüßt die Rücknahme der Kürzung des Allgemeinen Entlastungskontingent, da sie den Schulleiterinnen und Schulleitern die Möglichkeit der Entlastung und Schwerpunktsetzung gibt. 

Der VBE hält die Regelung der Mindestunterrichtsverpflichtung für Schulleitungen von vier Wochenstunden grundsätzlich für sinnvoll.  

Der VBE teilt die Ansicht, absehbare Vakanzen bei Schulleitungen möglichst früh zu erfassen und unverzüglich auszuschreiben. Die aufgeführten Maßnahmen, um qualifizierte Bewerber und Bewerberinnen auf Funktionsstellen zu bekommen, könnten aus Sicht des VBE hilfreich sein. Durch die Schaffung zusätzlicher Funktionsstellen, die eine weitere Aufstiegsmöglichkeit bieten, könnte der Beruf der Schulleiterin oder des Schuleiters attraktiver gemacht werden.

Der VBE fordert in seinem VBE-Standpunkt die Umsetzung weiterer Maßnahmen

Schul-und beamtenrechtliche Anfragen von Schulleitungen sollten vereinfacht werden. Dies würde nach Meinung des VBE zu mehr Rechtssicherheit im Schulalltag führen und die Schulleitungen entlasten. 

Zusätzliche Abrechnungsmöglichkeit von Fahrtkosten: 

Bei einem beispielsweisen Arbeitsbeginn um 7 Uhr und einem Sitzungsende um 22.30 Uhr ist eine Arbeitspause dringend notwendig (Arbeits-und Gesundheitsschutz). Dies bedeutet Schulleitungen sollten die Möglichkeit haben, eine erneute Fahrt von und zu einer Sitzung, Konferenz, Veranstaltung des Schulträgers, Kooperationspartnern, Jubiläumsfeier usw. über Drive-BW abzurechnen. 

Die Aufgabenbereiche von Schulleitungen sollten in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Falls die Aufgaben von Schulleitungen weiter ausgeweitet werden, muss die Leitungszeit zeitnah erhöht werden. 

Wer nicht will, dass die „Motoren unserer Schulkultur“, wie Schulleiterinnen und Schulleiter gerne bezeichnet werden, zu stottern beginnen oder ganz auszusetzen drohen, muss dafür sorgen, dass sie nicht durch permanent zu hohe Drehzahlen Schaden nehmen. Gute Schulen benötigen gesunde Schulleitungen. Daher begrüßt der VBE grundsätzlich das Konzept zur Stärkung von Schulleitungen und wünscht sich einen Austausch über das Maßnahmenpaket.