Wenn Teletubbies für Software zuständig sind – das nächste Debakel in Sachen Digitalisierung

Wieder einmal zeigt sich, dass Deutschland keine Digitalisierung kann. Im schulischen Bereich kämpfen Schulen seit Jahren mit Fehlern in Schulverwaltungsprogrammen, Fehler wie in Dipsy kosten unzählige Personalressourcen. Außerhalb von Schulen funktionieren Systeme wie E-Rezepte, E-Akte und so weiter nicht zuverlässig, jetzt der nächste Knaller – auf unbestimmte Zeit bekommen Beamte weniger Geld, weil die Datenübermittlung zwischen Behörden nicht funktioniert.

 

Das sind viele Beamte ja leider schon gewohnt, da sie mal Kinder auf der Lohnsteuer haben, dann im nächsten Monat mal wieder kinderlos sind – wieso, das kann sich das Landesamt für Besoldung nie so richtig erklären, es würden halt Bestätigungen fehlen. Doch dieser bundesweite Fehler jetzt, bei dem man mehr als ausdrücklich auf Nichtbeschwerden hinweist, zeigt wieder einmal, wie unglaublich kompliziert bei uns Digitalisierung umgesetzt wird.

Der VBE Baden-Württemberg fordert seit Jahrzehnten, digitale Systeme einfacher zu halten und vor allem: bevor sie in den Realbetrieb gehen, erst einmal ausführlich zu prüfen und Belastungstests durchzuführen. Bleiben wir fair, das wird ja auch teilweise getan, siehe Ella zum Beispiel, das kostet dann Millionen, kann aber zu entsprechenden Erfolgen führen, wie die Einführung des digitalen Arbeitsplatzes in Schulen zeigt. Trotzdem wird immer wieder in den Medien über gescheiterte Digitalisierungsprozesse berichtet, die deutlich in den mehrstelligen Millionenbereich gehen. Leidtragend ist die Bevölkerung, wie jetzt in diesem Fall. Wenn wir mit Zahlungen an die Finanzbehörden im Verzug sind, sind Strafzinsen fällig. Wollen wir uns fragen, ob wir das als Lohnempfänger dann umgekehrt auch erhalten?

Wir können gespannt sein, ob Laa-Laa, Po oder Tinky Winky demnächst auch mit einer neuen und sündhaftteuren Idee, die selbstverständlich erst einmal nicht funktioniert, um die Ecke kommt, Dipsys hat ja schon geliefert.