„Die Ergebnisse des aktuellen Bildungsberichtes sind ein Armutszeugnis für eine der größten Volkswirtschaften weltweit. Die Folgen der bildungspolitischen Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte werden immer sichtbarer und lassen sich nicht mehr ignorieren“, erklärt Gerhard Brand, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) BW, anlässlich der Veröffentlichung des Berichts „Bildung in Deutschland 2026“.
Insbesondere Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben dem Bericht zufolge bereits vor dem Eintritt in die Schule schlechtere Chancen auf Bildung. Dies zieht sich durch den gesamten Bildungsverlauf, so haben Kinder aus sozial benachteiligten Familien die grundlegenden Kompetenzen im Lesen zu fast 40 Prozent und in Mathematik zu fast 50 Prozent nicht erreicht. Kinder aus privilegierten Elternhäusern betrifft dies nur zu jeweils 9 Prozent. „Den Grund dafür sehen wir in der Praxis Tag für Tag: Schulen leiden unter massivem Personalmangel, sanierungsbedürftigen Gebäuden und einer mangelhaften Digitalisierung und trotzdem sollen sie neben ihrem Bildungsauftrag immer neue gesellschaftliche Herausforderungen lösen. Dass dieser Spagat insbesondere bei der notwendigen individuellen Förderung betroffener Kinder Spuren hinterlassen muss, ist offensichtlich und wird vom VBE seit vielen Jahren angemahnt“, betont Brand.
Er fordert: „Mit Blick auf die Zukunft unserer Gesellschaft muss Bildung endlich zu einem zentralen Fokus der Politik werden. Die zur Veröffentlichung des Berichtes beschworene ‚neue Realität‘ dürfen wir nicht als Ausrede für einen dauerhaften Qualitätsverlust akzeptieren. Ohne weitreichende Investitionen in unser Bildungssystem steht nicht nur die wirtschaftliche Basis, sondern auch unser demokratisches Miteinander auf dem Spiel.“
