Digitalpakt 2.0: Einigung bleibt hinter Erwartungen zurück

„Wir begrüßen den Durchbruch bei den Verhandlungen um eine Fortsetzung des Digitalpaktes. Er zahlt auf den digitalen Wandel von Schule und Unterricht ein, und gibt den Schulen Planungssicherheit für die kommenden fünf Jahre. Das war dringend notwendig, denn schon seit dem Sommer 2024 fließen keine Digitalpakt-Gelder mehr. Allerdings darf diese Freude nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gesamtvolumen deutlich hinter den Investitionen des ersten Digitalpaktes zurückbleibt“, kommentiert Gehrhard Brand, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), die Einigung von Bund und Ländern zum Digitalpakt 2.0.

Weiter erklärt Brand: „Entscheidend ist, dass die Gelder für den Digitalpakt 2.0 schnellstmöglich zur Verfügung stehen. Dabei hilft, dass die Kritik der Lehrkräfteverbände, auch des VBE, erhört wurde: Die vereinfachten Antragsverfahren entlasten Schulen und Schulträger sehr“.

Brand sieht es jedoch kritisch, dass die Kosten für bereits geplante Projekte in den Ländern auf das Investitionsvolumen bis zu einem Umfang von zwei Milliarden Euro angerechnet werden können, sofern sie auf die Ziele des Digitalpaktes 2.0 einzahlen. Im schlimmsten Fall bedeutet dies, dass die länderseitigen Investitionen von 2,5 Milliarden Euro seitens der Länder auf 0,5 Milliarden Euro schrumpfen könnten. „Wir brauchen zusätzliche Investitionen, gerade wenn wir darauf schauen, was sich in dem Verhandlungszeitraum alles in Sachen Digitalisierung getan hat: Während die Förderung über den Digitalpakt 2024 auslief, ist KI weiter auf dem Vormarsch und revolutioniert die Art, wie wir arbeiten und leben. Auch wenn erste Ansätze vorhanden sind, gibt es noch viel aufzuholen.“
Brand ergänzt: „Ein Großteil der Bundesmittel ist bereits für Infrastrukturmaßnahmen verplant. Was wir jedoch brauchen, sind Gelder, die ein neues Lehren und Lernen fördern. Doch für eine zeitgemäße Schul- und Unterrichtsentwicklung reicht es hinten und vorne nicht. Enttäuschend ist schließlich auch, dass die jetztige Einigung erneut zeitlich begrenzt ist. Schulen benötigen langfristige Planungssicherheit und einen Digitalpakt für die Ewigkeit.“
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Die Pressemeldung „Bund und Länder einigen sich auf Digitalpakt 2.0“ des Bundesbildungsministeriums lesen Sie hier.