OECD-Studie: Bildungserfolg stark von sozialer Herkunft abhängig

Die OECD-Studie zeigt erneut auf, dass insbesondere die Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom sozioökonomischen Status und dem Migrationshintergrund in Deutschland noch immer stark ist. Da hilft es auch wenig, sich damit herauszureden, dass wir im OECD-Schnitt liegen. Wir sind eine hoch entwickelte Industrienation und wollen es auch bleiben!“, kommentiert der stellvertretende VBE-Bundesvorsitzende Gerhard Brand den heute erscheinenden OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick“.

„Wir sind, auch aufgrund des demographischen Wandels, auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Wir können es uns schlicht nicht leisten, diejenigen, die aus ökonomisch schlechter gestellten Elternhäusern kommen, nicht mitzunehmen. Die Lehrkräfte können die mittlerweile enorme Bandbreite an individuellen Bedarfen aber nur auffangen, wenn multiprofessionelle Teams sie in ihrer Arbeit unterstützen. Dazu gehören Sozialarbeiterinnen und Logopäden genauso wie Psychologinnen, Schulgesundheitsfachkräfte und Sonderpädagogen. Die Kultusministerien sind gefordert, die Schulen fit zu machen für das Lernen von morgen“, fordert Brand mit Blick auf die Ergebnisse der OECD-Studie.

Der Bericht zeigt auch, dass der Lehrkräftemangel in Deutschland weiter ein Problem bleibt. Im OECD-Durchschnitt sind ein Drittel der Lehrkräfte älter als 50 Jahre und scheiden in den nächsten Jahren aus dem Arbeitsleben. In Deutschland gibt es an den Grundschulen (36 % Deutschland, 33 % OECD-Schnitt) und den Schulen der Sekundarstufe 1 (43 % Deutschland, 36 % OECD-Schnitt) sogar signifikant höhere Werte als im OECD-Durchschnitt. Der stellvertretende VBE-Bundesvorsitzende mahnt: „Schon jetzt kann der Bedarf kaum gedeckt werden. Die Zahlen beweisen, dass wir in den nächsten zehn Jahren mit vielen Abgängen rechnen müssen. Deshalb gilt es, jetzt zu reagieren. Der Lehrkräftemangel ist das größte Problem des Bildungssystems in Deutschland. All die Herausforderungen, die Schule bewältigen soll, werden wir mit der knappen Ausstattung an Personal und Ressourcen nicht bewältigen können. Das Schaffen von Studienplätzen bei gleichzeitiger Verbesserung der Studienbedingungen sind dabei nur zwei Möglichkeiten, wie man den Personalbestand erhöhen kann.“

Weiterführende Infos