Der VBE unterstützt grundsätzlich das Zehn-Punkte-Positionspapier des Landkreistags Baden-Württemberg zur Stärkung der sonderpädagogischen Bildung und Weiterentwicklung der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Die vom Landkreistag aufgezeigten Herausforderungen decken sich in weiten Teilen mit den langjährigen Forderungen des VBE.
Der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand betont: „Trotz des verankerten Wahlrechts entscheiden sich viele Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf weiterhin bewusst für ein SBBZ. Das unterstreicht deren zentrale Bedeutung im Bildungssystem. SBBZ bieten passgenaue Förderung und eröffnen echte Bildungschancen. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, muss das Land den Ausbau der sonderpädagogischen Studiengänge konsequent vorantreiben und für ausreichend qualifiziertes Personal sorgen.“
Auch der stellvertretende Landesvorsitzende Walter Beyer unterstreicht die Dringlichkeit struktureller Verbesserungen: „Der Lehrkräftemangel in der Sonderpädagogik ist längst zu einem strukturellen Problem geworden. Es braucht attraktive Anreize, um mehr junge Lehrkräfte für diesen Bereich zu gewinnen und dauerhaft zu halten.“
Kritisch bewertet der VBE daher die Forderung des Landkreistags, die Auswahlmöglichkeiten bei Referendariats- oder Stellenangeboten einzuschränken. Wenn der Landkreistag dies fordert, muss dafür gesorgt werden, dass die Referendarinnen und Referendare eine kurze Bindungszeit haben und eine Rückkehrgarantie bekommen.
Der VBE fordert die Landespolitik auf, die Impulse des Positionspapiers des Landkreistags zügig aufzugreifen und gemeinsam mit den Akteuren im Bildungsbereich Lösungen für eine nachhaltige Stärkung der sonderpädagogischen Bildung und der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren zu entwickeln.
