VBE fordert Fachkräfteoffensive für die SBBZ

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg zeigt sich angesichts der jüngst veröffentlichten Zahlen zur Unterrichtsversorgung an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) tief besorgt. Die Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion offenbart, dass der landesweite Versorgungsgrad mit Lehrkräften an den SBBZ derzeit bei nur 87 Prozent liegt – an einzelnen Standorten sogar deutlich darunter.

„Wenn an Schulen, die Kinder mit besonders hohem Bildungsbedarf unterrichten, ganze Stundenkontingente ausfallen, dann ist das ein bildungspolitischer Notstand“, betont Gerhard Brand, VBE-Landesvorsitzender. „Die SBBZ sind kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein unverzichtbarer Teil unseres Bildungssystems, das sich am Kindeswohl orientiert. Dafür braucht es gut ausgebildete Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen – keine personellen Notlösungen“, ergänzt Brand.

Der VBE fordert deshalb, die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit ausreichend personellen und finanziellen Ressourcen auszustatten.

„Sonderpädagogische Bildung ist eine hoch spezialisierte pädagogische Aufgabe“, ergänzt Walter Beyer, stellvertretender VBE-Landesvorsitzender und Verantwortlicher für Inklusion und SBBZ beim VBE. „Lehrkräfte an den SBBZ tragen enorme Verantwortung für Kinder mit sehr unterschiedlichen Bedarfen. Damit sie dieser Aufgabe gerecht werden können, brauchen sie genügend Zeit für Diagnostik, Förderung, Beratung und Kooperation in multiprofessionellen Teams“, so Beyer weiter.

Das Kultusministerium ist in der Pflicht, endlich eine umfassende Fachkräfteoffensive zu starten – dies inkludiert den weiteren Ausbau von Studienplätzen (in Kooperation mit dem Wissenschaftsministerium), die Schaffung besserer Arbeitsbedingungen und eine ehrliche Evaluation der bisherigen Inklusionspraxis.

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