Der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand begrüßt den Beschluss der Landesregierung, die pädagogische Leitungszeit von Kita-Leitungen weiterhin zu fördern. „Es ist wichtig, die Leitungszeit finanziell auf sichere Füße zu stellen. Bei vielen Trägern ist die Finanzierung von Projektmitteln des Bundes abhängig“, sagt Brand. Den bereitgestellten Umfang von sechs Wochenstunden Leitungszeit plus zwei Stunden für jede weitere Gruppe in mehrgruppigen Einrichtungen kritisiert er jedoch als deutlich zu gering.
„Nach Rückmeldungen aus der pädagogischen Praxis erscheint dieser Zeitrahmen bei den zunehmenden Aufgaben wie Konzeptarbeit, Personalführung, Ausbildung, Integration und Inklusion häufig als zu knapp bemessen. Dies betrifft insbesondere größere Einrichtungen und solche mit zusätzlichen pädagogischen Herausforderungen. Kriterien wie Teamgröße, Sozialraumbedingungen oder Ausbildungsfunktionen müssen stärker berücksichtigt werden. Die Arbeitszeit für Leitungstätigkeit ist in Höhe des tatsächlichen Aufwands verbindlich festzulegen. Unsere Umfragen zeigen regelmäßig auf, dass Baden-Württemberg hier großen Aufholbedarf hat. In größeren Einrichtungen braucht es für Organisations- und Verwaltungsaufgaben außerdem Unterstützung durch ein Sekretariat.“
Im Rahmen der DKLK-Studie 2025 wurden in Baden-Württemberg 1.054 Kita-Leitungen nach ihrer Arbeitssituation befragt. Jede zweite Kita-Leitung (52 Prozent) gibt an, mehr als 60 Prozent der eigenen Arbeitszeit für Leitungsaufgaben aufwenden zu müssen. Gleichzeitig steht aber nur jeder vierten Leitungskraft (27 Prozent) dieser Umfang an Leitungszeit auch vertraglich zu. Insgesamt berichten zwei Drittel der befragten Kita-Leitungen (65 Prozent), dass die tatsächlich benötigte Leitungszeit über der vertraglich festgelegten liegt. „Die Zahlen sind seit Jahren weitgehend unverändert und weisen auf eine anhaltende strukturelle Überlastung der Leitungskräfte und eine Ignoranz der Arbeitgeber hin“, erklärt Brand.
