VBE zur Bertelsmann-Studie: Fachkräftemangel weiterhin große Herausforderung in Kitas

Der VBE Baden-Württemberg begrüßt die Ergebnisse der aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung, die Baden-Württemberg bei der Personalausstattung in Kindertageseinrichtungen bundesweit an der Spitze sieht.

Gleichzeitig warnt der VBE davor, sich auf diesen Ergebnissen auszuruhen. Bessere Durchschnittswerte als in anderen Bundesländern dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Kitas im Alltag weiterhin unter hoher Belastung, Personalausfällen und unzureichenden Vertretungsregelungen leiden. Entscheidend ist nicht allein die statistische Personalausstattung, sondern ob pädagogische Fachkräfte tatsächlich Zeit für Bildung, Förderung und Beziehung haben.

Der VBE betont zudem, dass die steigenden Anforderungen – etwa durch Inklusion, angestiegene krankheitsbedingte Ausfälle, Sprachförderung, wachsende Heterogenität und längere Öffnungszeiten – in der Personalbemessung oftmals nicht ausreichend berücksichtigt werden. Der Fachkräftemangel bleibt weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Qualität in den Kitas.

„Wer gute frühkindliche Bildung will, muss dauerhaft in gut qualifiziertes Personal, bessere Arbeitsbedingungen und verlässliche Entlastungssysteme investieren“, erklärt Gerhard Brand, Landesvorsitzender des VBE Baden-Württemberg.

„Dazu gehören verbindliche Fachkraft-Kind-Relationen, Zeitkontingente für Vor- und Nachbereitung, ausreichend Leitungszeit sowie eine spürbare Aufwertung des Berufs“, ergänzt Susanne Sargk, Landesreferatsleiterin KiTa des VBE Baden-Württemberg.

Walter Beyer, stellvertretender Landesvorsitzender, mahnt: „Festzuhalten ist, dass nur gut ein Drittel der KiTas eine Personalausstattungsquote von 100 Prozent aufweisen, knapp zwei Drittel der KiTas im Südwesten sind nicht ausreichend personell ausgestattet.“

Der VBE fordert die Landespolitik auf, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen und die Ergebnisse der Studie als Auftrag zu verstehen, die Qualität in den Kindertageseinrichtungen nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln – im Interesse der Kinder, der Eltern und der pädagogischen Fachkräfte.

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