1.440 Lehrerstellen sind aufgrund eines Programmierfehlers im Landesamt für Besoldung und Versorgung aus dem Jahr 2005 nicht besetzt – obwohl die entsprechenden Mittel dafür im Haushalt eingeplant waren. „Es ist wie beim Ostereier suchen, wenn die Eltern versäumt haben, sie zu verstecken: Ein langes, unbefriedigendes Gefühl mit einer lächerlichen Erklärung zum Schluss!“, erklärt der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand fassungslos.
Seit über 20 Jahren weist der VBE auf einen eklatanten Mangel an Lehrkräften im Bereich der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren hin. Seit Jahren herrscht dieser Abmangel auch an Grundschulen und in Teilbereichen an den weiterführenden Schulen. Groß angelegte Umfragen des VBE Baden-Württemberg zur Unterrichtsversorgung haben dies immer wieder empirisch bestätigt. „Es ist bitter für die Kolleginnen und Kollegen nun zu erfahren, dass unzählige Überstunden und Krankheitsvertretungen hätten vermieden werden können, wenn das Land seine Aufgaben sorgfältig ausgeführt hätte“, konstatiert der VBE-Vorsitzende.
Brand weiter: „Darüber hinaus klingt es im Nachhinein wie Hohn, wenn Lehrkräfte vor diesem Hintergrund für das schlechte Abschneiden von Schülerinnen und Schülern bei Schulleistungstests verantwortlich gemacht werden sollen. Warum, so fragt der VBE, werden bei der Programmierung keine Kontroll- und Plausibilitätsroutinen hinterlegt? Das Land erwartet von uns Lehrkräften, dass wir einen guten Job machen, das erwarten wir auch vom Land! Dass nun die fehlenden 1.440 Lehrkräfte eingestellt werden sollen, ist ja recht und schön, nur sind sie durch die versäumte Einstellungspolitik der vergangenen Jahre gar nicht auf dem Markt. Ein Trauerspiel für das Hightech Land The Länd.“
Der VBE erwartet eine lückenlose Klärung der Situation und eine vollumfängliche Zuführung der nicht abgeflossenen Mittel an die Schulen. „In der Bewertung der Situation holt sich das Kultusministerium damit 6 von 6 nassen Schwämmen!“, so Brand abschließend.
