Die Bildungsministerkonferenz (BMK) hat als Reaktion auf den Bildungstrend 2024 des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) eine gemeinsame Roadmap beschlossen. Ziel ist es, die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in den nächsten zehn Jahren deutlich zu steigern. Die Roadmap umfasst sieben Handlungsfelder: In einem ersten Schritt werden die datengestützte Qualitätsentwicklung, die Verbesserung der Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler – vor allem im sozial-emotionalen Bereich -, sowie die Stärkung der Bildungsforschung und deren Transfer in die Praxis in den Fokus gerückt.
„Das ist es, was wir sehen wollen: Konkrete, messbare Ziele, die ins Zentrum jeglicher Weiterentwicklung des Bildungssystems gehören. Die Roadmap mit sieben Handlungsfeldern benennt klare Aufträge an Bund, Länder und Kommunen“, bewertet Gerhard Brand, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, die Verlautbarung der Bildungsministerkonferenz.
„Bei der Schwerpunktsetzung zeigt sich aber ein strategischer Fehler: Lehrkräftebildung und das Leitungshandeln (noch) nicht ins Zentrum der Bemühungen zu stellen, verkennt deren Relevanz für das pädagogische Handeln in Schule. Wie sollen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler verbessert werden, wenn die Lehrkräfte darauf nicht adäquat vorbereitet werden? Warum rückt die datengestützte Qualitätsentwicklung ins Zentrum, bevor der veränderte Anspruch an Leitung ausdefiniert wurde“, fragt Brand.
Hier zeige sich ein zentrales Missverständnis: „Schule ist kein Selbstläufer. Wer bessere Leistungen möchte, braucht eine besser ausgestattete Schule mit bestmöglich vorbereiteten und begleiteten Lehrkräften, die in multiprofessioneller Zusammenarbeit das Lernen anleiten, begleiten, unterstützen und weiterentwickeln.“
