Jugendliche setzen Zeichen, aber Lehrkräfte sind keine Handy-Polizei

VBE-Vorsitzender Gerhard Brand äußert sich zu den Ergebnissen des ifo Bildungsbarometers.

„Das ifo Bildungsbarometer wartet mit einem überraschenden Ergebnis auf. Dass Erwachsene die jüngere Generation vor den negativen Auswirkungen von Social Media beschützen wollen, ist längst klar. Aber dass sich fast die Hälfte der betroffenen Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren für eine Begrenzung des Zugangs zu Social Media ab 16 Jahren ausspricht, setzt ein deutliches Zeichen. Der Druck ist immens, dazuzugehören, ein modernes Smartphone zu haben, auch bei Social-Media-Netzwerken angemeldet zu sein und aktuelle Trends mitzumachen. Was als Zeitvertreib beginnt, kann aber schnell bitterer Ernst werden“, kommentiert der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Brand.

Außerdem sprechen sich über die Hälfte aller Befragten gegen die Handy-Nutzung während des Unterrichts aus. Allerdings, so Brand, werde dies längst reglementiert: „Teilweise müssen Smartphones in der Tasche bleiben, teilweise werden sie eingesammelt. Klar ist aber auch: Aus Gründen der Erreichbarkeit haben viele Kinder und Jugendliche eins dabei. Das sind Realitäten, denen wir uns stellen müssen. Auch wenn es sinnvoll sein kann, die Nutzung zu beschränken, muss die Umsetzbarkeit der Regeln gewährleistet bleiben. Am Ende gilt: Lehrkräfte sind keine Handy-Polizei! Es ist unsere Aufgabe, zu bilden und zu erziehen. Für ein effektives Handyverbot brauchen wir die Rückendeckung aus dem Elternhaus.“

Nicht zuletzt sollte es jenen, die ein rigoroses Verbot fordern, aber auch zu denken geben, wenn sich zwei Drittel der Jugendlichen dafür ausspricht, dass der Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Unterricht behandelt wird. Der VBE-Chef kommentiert: „Die Schülerinnen und Schüler wachsen in einer Welt auf, in der ganz selbstverständlich KI genutzt wird. Besser, sie verstehen, wie sie das für sich nutzen können, als dass sie es allein ausprobieren und auf Irrwege geraten. Wo es im Rahmen der freien Methodenwahl einen Mehrwert bringt, kann die Nutzung von KI dabei helfen, Algorithmen zu verstehen und sich effizient Fragestellungen anzunehmen. So muss KI auch einen Platz in Schule haben. Ähnlich wie der Taschenrechner vor 30 Jahren oder die digitalen Endgeräte vor 10 Jahren wird das nicht mehr wegzudenken sein.“

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