Der VBE wünscht frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Der VBE wünscht frohe Weihnachten!

2017 neigt sich dem Ende zu, die unterrichtsfreie Zeit rund um Weihnachten und das neue Jahr steht kurz bevor. Der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Gerhard Brand, wünscht allen Kolleginnen und Kollegen eine frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr. Der VBE kann auf ein interessantes und abwechslungsreiches Halbjahr zurückblicken, indem er sich vielfältig für die Interessen seiner Mitglieder eingesetzt hat.

Gerhard Brand, Landesvorsitzender des VBE Baden-Württemberg, nimmt die Zeit vor Weihnachten und dem Jahreswechsel zum Anlass, um sich bei allen Ehrenamtlichen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des VBE für Ihren Einsatz zu bedanken: „Es freut mich, dass sich der VBE auf Ihre tatkräftige Unterstützung verlassen kann. Für Ihren Einsatz, der von elementarer Bedeutung für den VBE ist, möchte ich mich ausdrücklich noch einmal herzlich bedanken.“

„Ich wünsche Ihnen, dass Sie das Weihnachtsfest im Kreise der Familie genießen können. Ebenso wünsche ich Ihnen, dass Sie gut in das neue Jahr starten, für das ich Ihnen viel Erfolg und Gesundheit wünsche“, richtet sich der VBE-Landesvorsitzende seine Weihnachtswünsche an alle Kolleginnen und Kollegen in Baden-Württemberg. Der Landesvorsitzende blickt zurück auf ein interessantes Halbjahr, das durchaus von verschiedenen Themen geprägt war, wobei der Lehrkräftemangel jedoch leider dominierte.

Ein Halbjahr im Zeichen des Lehrkräftemangels

Schon vor Beginn des Schuljahres hat der VBE darauf aufmerksam gemacht, dass es Probleme bei der Sicherung des Pflichtunterrichts in diesem Schuljahr geben könnte. Auch Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann sprach davon, dass man bei der Unterrichtsversorgung auf Kante genäht sei. Leider bewahrheitete sich die Prognose des VBE und es kam mitunter zu Problemen bei der Sicherung des Pflichtunterrichts. Dass ein größerer Ausfall vermieden werden konnte, das hat Baden-Württemberg Ihnen, seinen Lehrerinnen und Lehrern zu verdanken. Durch Aufstockungen des Deputats oder unbezahlte Mehrarbeit haben Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen den Pflichtunterricht gesichert. In aller Deutlichkeit hat der VBE das geäußert.

Dass die aktuelle Situation aber kein Dauerzustand sein kann, hat der VBE Baden-Württemberg ebenso klar herausgestellt, aber im Sinne einer konstruktiv-kritischen Begleitung der Bildungspolitik auch Lösungen für die Problematik aufgezeigt. Einige Vorschläge, wie zum Beispiel die Erhöhung der Studierendenzahl im Lehramt wurden auch bereits vom Kultusministerium umgesetzt. Das reicht jedoch noch nicht. Besonders Grundschulen, die ohnehin schon unter eine großen Belastung stehen, leiden am stärksten unter dem Mangel an Lehrerinnen und Lehrern

Das kann auch niemanden Wunder nehmen. Angesichts der schlechteren Bezahlung im Vergleich zu anderen Schularten und der enormen Arbeitsbelastung ist es keine Überraschung, dass sich der Lehrermangel an Grundschulen am stärksten niederschlägt. Der VBE hat sich deswegen mehrfach dafür stark gemacht, Grundschulen besser zu unterstützen und auch eine Besoldungserhöhung nach A13 gefordert. Die schlechteren Arbeitsbedingungen an den Grundschulen im Vergleich zu anderen Schulen hat nicht zuletzt eine Studie der OECD konstatiert.

VBE-Erfolge bringen mehr Geld auf dem Konto

Dass der VBE Ihnen durch die erfolgreichen Tarifverhandlungen im ersten Halbjahr ein Plus auf dem Konto verschaffen konnte, ist erfreulich. Da das Bundesverfassungsgericht im Mai eine verzögerte Besoldungsanpassung für Beamtinnen und Beamte für verfassungswidrig erklärt hat, konnte der VBE im zweiten Halbjahr Druck auf die Landesregierung ausüben. Das positive Ergebnis: Rückwirkend zum 1. März 2017 und zum 1. Juli 2018 sollen alle Beamtinnen und Beamte höher besoldet werden. Für Beamtinnen und Beamte ab A10 ergibt sich damit für das Kalenderjahr 2017 eine Nachzahlung.

Keinen Erfolg vor Gericht hatte der VBE leider beim Widerspruch gegen die altersdiskriminierende Besoldung. Dafür stellt sich die Lage, was die abgesenkte Eingangsbesoldung angeht, besser dar. Das Musterverfahren mit VBE-Beteiligung läuft derzeit noch. Das Land Baden-Württemberg bildet aber bereits finanzielle Rücklagen. Eventuelle Forderungen konnten sich Betroffene mit einem VBE-Antrag sichern. Bei einer weiteren gerichtlichen Entscheidung ist etwas Eile geboten. Beamtinnen und Beamte mit drei oder mehr Kindern sollten vorsorglich bis Ende des Jahres noch einen Antrag auf Besoldungserhöhung stellen und Widerspruch gegen die Höhe der Familienzuschläge einlegen.

Eine Veranstaltung in diesem Halbjahr, auf den der VBE Baden-Württemberg gerne zurückblickt, ist die in diesem Jahr erstmals durchgeführte VBE Fachtagung für Schulaufsicht und Schulleitung. Bei der mit Kultusministerin Eisenmann und Vertretern der Landtagsfraktionen hochkarätig besetzten Veranstaltungen konnte der VBE ein volles Haus vermelden. Durch die Veranstaltung konnte der VBE der Politik seine Forderungen, z. B. nach einer besseren Besoldung von Schulleitungen an kleinen Grundschulen direkt mitgeben. Von Frau Dr. Susanne Eisenmann bekam der VBE bei der Veranstaltung ein besonderes Lob. Sie bedanke sich für die konstruktiv-kritische Zusammenarbeit.

Der VBE ist viel im Gespräch

Erfreulich ist, dass der VBE Baden-Württemberg in den letzten Jahren merklich an Bedeutung in der Bildungspolitik zugelegt hat. Der Landesvorsitzende Gerhard Brand ist ein gefragter Gesprächspartner und viel unterwegs, um mit der Landespolitik, dem Kultusministerium und anderen Entscheidungsträgern zu sprechen. Gespräche gab es daneben auch mit der gemeinnützigen Elternstiftung. Zusammen wollen VBE und die Elternstiftung die Erziehungspartnerschaft zwischen Lehrkräften und Eltern fördern.

Mit Lehrerverbänden aus der Schweiz und aus Österreich hat sich der VBE im Oktober in Hamburg ausgetauscht. Der Blick über den Tellerrand hinaus ist für Baden-Württemberg nicht nur aufgrund der geografischen Nähe wichtig. Durch den Austausch lassen sich auch gemeinsame Handlungsfelder identifizieren. So haben die Verbände gemeinsam die Hamburger Erklärung zu klaren Regelungen für das Sponsoring an Schulen verabschiedet. In dieser fordern die Verbände neben dem Primat des Pädagogischen klare Regeln für das Sponsoring an Schulen, an die sich jeder halten muss.

Die gewachsene Bedeutung des VBE hat sich auch bei den Wahlen in seinem Dachverband, dem Beamtenbund Baden-Württemberg (bbw) gezeigt. Bei der Wahl von Kai Rosenberger zum neuen Vorsitzenden des Beamtenbundes konnte der VBE mit seinem Landesvorsitzenden Gerhard Brand ein sehr gutes Ergebnis erzielen und ist dadurch weiterhin in der Landesleitung des bbw vertreten.

Bildungsstudien stellen der Bildungspolitik kein gutes Zeugnis aus

Auch in diesem Halbjahr haben verschiedene Studien die Bildungspolitik in Baden-Württemberg in Atem gehalten. Die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) hat Deutschland insgesamt kein gutes Zeugnis im Lesen ausgestellt. Und auch bei der IQB-Bildungsstudie ist Baden-Württemberg im Vergleich der Bundesländer zurückgefallen.

In den Diskussionen rund um beide Studien hat sich der VBE vor die baden-württembergischen Lehrerinnen und Lehrer gestellt. Der VBE hat sich eindeutig positioniert und klar gemacht, dass die Schuld nicht bei den Lehrkräften zu suchen ist. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Würden Lehrkräfte sich nicht deutlich über das geforderte Maß hinaus einsetzen, dann stünde Baden-Württemberg erheblich schlechter da als jetzt.

Positives gab es hingegen von einer aktuellen Auswertung der Pisa-Studie 2015 zu berichten. Deutsche Schülerinnen und Schüler sind gut darin, komplexe Probleme gemeinschaftlich zu lösen. Das ist nach Meinung des VBE ein Verdienst der Lehrkräfte, die mit Herzblut unterrichten und bei den Schülerinnen und Schülern die richtigen Anreize setzen.

Weiteres Engagement

Engagiert hat sich der VBE Baden-Württemberg ebenfalls im Streit darum, ob Lehrerversorgung oder Schülerlenkung die zentrale Säule der Bedarfsplanung sein sollte. Außerdem hat sich der VBE für die Schulen des Grundschulversuchs ‚Schule ohne Noten‘ eingesetzt. Beim Thema Gewalt gegen Lehrkräfte bleibt der VBE auch weiterhin am Ball. Mit den Kürzungen bei Autorenlesungen ist der VBE nicht einverstanden. Bei der Entscheidung für ein Ganztagskonzept dürfen die schulischen Gremien nicht übergangen werden dürfen, fordert der VBE.

Auf das kommende Jahr blickend, kündigt der Landesvorsitzende Gerhard Brand weiterhin volles Engagement für die baden-württembergischen Lehrerinnen und Lehrer an: „2018 wird ein weiteres, interessantes Jahr für die Bildungspolitik. Sie können sicher sein, dass der VBE sich weiterhin nach Kräften für Sie einsetzen wird. Wir wollen A13 für Grundschullehrkräfte, wir kämpfen für langfristige Lösungen beim Lehrkräftemangel und sind auch bei den Tarifverhandlungen wieder an vorderster Front für Sie dabei. Ich freue mich deshalb, wenn Sie dem VBE auch im kommenden Jahr die Treue halten. Frohe Weihnachten!“