VBE-Landesvorstand fordert Ethikunterricht für alle Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen – und zwar sofort

Stuttgart. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen über Probleme bei der Integra­tion von Flüchtlingen und der Schwierigkeit, Werte und Normen beim täglichen Umgang miteinander Menschen aus anderen Kulturkreisen zu vermitteln, fordert der Landesvorstand des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) einstimmig die sofortige Umsetzung des Koalitionsbeschlusses, Ethik ab Klasse eins für alle die Kinder anzubieten, die nicht am Religionsunterricht der Schulen teilnehmen. Das Unterrichtsfach Ethik wurde viel zu oft versprochen, dann aber nicht realisiert.

Bildungsgerechtigkeit für Schüler müsse in der ersten Klasse anfangen, sagt der Vor­sitzende des gewerkschaftlichen Berufsverbandes VBE, Gerhard Brand. Und dazu ge­höre auch Ethikunterricht für alle Schüler, die nicht am Religionsunterricht der Schule teilnehmen. Alle Kinder sollten möglichst früh eine optimale Bildung und Erziehung genießen dürfen. Bis heute warten die Grundschulen vergeblich auf den in der Koali­tionsvereinbarung der Landesregierung festgeschriebenen, aber noch nicht umgesetzten Ethikunterricht ab Klasse eins. Es könne nicht sein, so Brand weiter, dass Wertever­mittlung lediglich über den im Bildungsplan für alle Fächer vorgeschriebenen „erzie­henden Unterricht“ laufe. „Während andere Schüler am evangelischen oder katholi­schen Religionsunterricht teilnehmen, haben diejenigen, die das nicht dürfen, frei oder müssen, sofern es sich nicht um Randstunden handelt, beaufsichtigt werden.“ Aber dafür gebe es keine einzige Lehrerstunde aus dem Topf der Unterrichtsversorgung.

„Der von Grün-Rot vorgesehene Ethikunterricht ab der ersten Klasse für Kinder, die keinen Religionsunterricht besuchen, wurde den Schülern nicht aus mangelnder Ein­sicht in die Notwendigkeit verwehrt, sondern ist schlichtweg aus finanziellen Gründen noch nicht umgesetzt worden“, kritisiert VBE-Chef Brand den künftig durch nichts mehr zu rechtfertigenden unhaltbaren Zustand. Ethik müsse jetzt spätestens ab dem kommenden Schuljahr bereits ab der ersten Klasse angeboten werden. Da komme die Landesregierung, aus welchen Farben sie sich zu diesem Zeitpunkt auch immer zusam­mensetzen werde, nicht mehr drum herum. Das sei so sicher wie das Amen in der Kir­che, versichert Brand.

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