VBE: Wenn Schülern die Worte fehlen, sprechen eher die Fäuste


Stuttgart.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg wünscht sich von den Erziehungsberechtigten, dass sie frühzeitig mehr von ihrer natürlichen elterlichen Autorität Gebrauch machen, nicht um die Kinder zu gängeln oder unter Druck zu setzen, sondern um ihnen klare Grenzen aufzuzeigen. „Außerdem benötigen Kinder Beachtung, Orientierung und Verlässlichkeit“, so VBE-Chef Gerhard Brand. Zu hohe Erwartungen, Gleichgültigkeit oder gar Lieblosigkeit könnten massive Verhaltensauffälligkeiten bei Schülern hervorrufen, die allen Beteiligten das Leben auf Dauer schwerer machten.

Disziplinprobleme haben an den Schulen zugenommen; so mancher Schüler beherrscht nicht einmal mehr die einfachsten Grundregeln eines verträglichen Miteinanders. Negative Verhaltensauffälligkeiten gehören auch an Grundschulen mittlerweile zum Alltag. Der VBE beobachtet mit großer Sorge, dass etliche Eltern mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind.

Einerseits gibt es Eltern, die ihr Kind engmaschig kontrollieren und ständig unter Druck setzen, andererseits Erziehungsberechtigte, die überhaupt kein Interesse am schulischen Weiterkommen des Kindes zeigen.

Immer wieder kommen Schüler ohne Frühstück oder Pausenvesper zur Schule, sind übermüdet und unkonzentriert, weil sie bis spät in die Nacht vor dem Bildschirm gesessen haben. Immer mehr Kinder leiden unter gesundheitlichen Störungen. Exzessiver Medienkonsum führt zu Bewegungsmangel und Konzentrationsstörungen. Kinder, die sich zu wenig bewegen, werden schneller nervös, reizbar und aggressiv, stören sich und andere im Unterricht. Jedes vierte bis fünfte Kind leidet bei der Einschulung unter Sprachstörungen. Je schwächer die Sprache bei einem Kind entwickelt ist, desto schwerer fällt es ihm aber auch, seine Bedürfnisse zu artikulieren und Konflikte mit Worten auszutragen. „Wenn Schülern Worte fehlen, sprechen eher die Fäuste“, weiß VBE-Chef Brand. Deshalb sei es zwingend notwendig, Kinder möglichst früh positiv in ihrer Entwicklung zu fördern.

20. Mai 2011

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