VBE: „Ohne gute Grundschulen keine Elite-Universitäten“

Trotzdem wird diese Schulart zurzeit ziemlich vernachlässigt

Michael Gomolzig, VBE Pressesprecher

Michael Gomolzig, VBE Pressesprecher

Stuttgart. Der gewerkschaftliche Berufsverband Bildung und Erziehung (VBE) macht sich für eine Aufwertung der Grundschularbeit stark. Rund 2500 gibt es davon in Baden-Württemberg, mehr als von jeder anderen Schulart. Trotzdem bleibt diese wertvolle Schulart ständig im Schlagschatten der anderen, die permanent in den Schlagzeilen der Presse stehen. Um die Grundschulen kümmert man sich nicht.

Der VBE setzt sich mit Vehemenz für die schon lange überfällige Aufwertung der Grundschularbeit ein, denn „das Fundament sei nicht nur beim Hausbau von größter Bedeutung“, so der VBE-Sprecher. Ohne hervorragende Grundschulen erübrigten sich auch Hochbegabtengymnasien und Elite-Universitäten.

Der VBE sieht in der Grundschule ein echtes Erfolgsmodell. Die Grundschule als Schule für alle setzt den pädagogischen Auftrag um, jedes Kind in seiner Einzigartig­keit professionell zu fördern und entsprechend zu fordern. Dabei bereitet der Klassen­teiler von 28 Kindern vielen Grundschullehrern Sorge, da er eine noch intensivere Förderung und ein noch größeres individuelles Eingehen auf den jeweiligen Schüler er­schwert und die höchstmögliche zeitliche Zuwendung des Lehrers zu stark beschränkt. „25 Schüler pro Klasse wären immer noch mehr als genug“, so der Sprecher.

Über die notwendige Höhe zusätzlicher Differenzierungsstunden für Gymnasien, Ge­meinschaftsschulen, Realschulen und Hauptschulen wird öffentlich gestritten. Die Grundschulen haben aber gar keine. Die meisten Grundschulen vermissen zusätzliche Förderstunden für Kinder mit Rechenschwäche, mit Lese- und Rechtschreibschwierig­keiten, hätten gerne pädagogisch wertvolle Arbeitsgemeinschaften wie Schulchor und Theater-AG. Krippenspiele müssten im regulären Unterricht mit allen eingeübt wer­den, weil es Zusatzangebote für besonders interessierte Schüler schlichtweg nicht mehr gibt.

Obendrein sollen die engagierten Lehrkräfte der Grundschule auch noch bei der Aus­bildungszeit und der Höhe der Besoldung abgehängt werden. Während künftig die Be­soldung der Haupt- und Realschullehrer angeglichen wird, werden Grundschullehrer in der niedrigsten Besoldungstufe geführt, wenn man einmal von den Fachlehrern absieht, die noch darunter liegen. Der VBE setzt sich dafür ein, dass die Grundschullehrkräfte nicht abgekoppelt werden dürfen, nur weil die Zahl der Pädagogen an in dieser Schul­art höher ist als an allen anderen, und dadurch der Haushalt stärker belastet würde.

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