VBE: Bildung statt Böller klingt gut, aber kaum machbar

Lehrerverband wünscht sich für 2016 mehr Mittel für Schulen

Stuttgart. Könnte man die Beträge, die zu Silvester am Himmel verpulvert werden, zusätz­lich für die Bildung von Kindern und Jugendlichen ausgeben, würde so manchem Schüler eine Erleuchtung kommen. Noch immer fehlten an den Schulen Stunden für Stütz- und Fördermaßnahmen, bemängelt der Verband Bildung und Erzie­hung (VBE) Baden-Württemberg. Und nicht nur Flüchtlingskinder hätten drin­gend mehr Unterstützung nötig, sondern auch die Schüler, die sich als die Verlie­rer im Bildungssystem fühlten, weil ihnen die Eltern keine Nachhilfestunden finan­zieren könnten. „Die Abschaffung der Versetzungsentscheidung machte Schüler nicht schlauer“, so der VBE-Sprecher.

Für den Unterrichtserfolg sei zwar weniger die Schulstruktur als vielmehr eine ent­spannte Lernatmosphäre verantwortlich, versichert der VBE-Sprecher. Hier könnte an­nähernd kostenneutral sofort mit einer nachhaltigen Verbesserung des Schulsystems begonnen werden. Schüler und Lehrer pflegten künftig eine Lernkultur, die die Schwa­chen stark mache und Fehler nicht als Katastrophe, sondern als Herausforderung ansehe – für beide Seiten.

Die Landesregierung müsse jedoch dafür sorgen, dass sich die Rahmenbedingungen an den Schulen verbesserten. Individuelles Fördern – egal an welcher Schulart – sei si­cher ein guter Weg, jedoch nicht in randvoll gefüllten Klassenzimmern, schränkt der VBE-Sprecher ein. Manchmal wären Kleingruppen außerhalb des Klassenverbands sinnvoller. Die seien nicht zu Nulltarif zu haben.

Wichtig ist nach Auffassung des VBE, dass die immer wieder propagierte Priorität für Bildung nicht nur auf dem Papier stehe oder in Fensterreden geäußert werde, sondern dass sich dieser Schwerpunkt auch in der personellen, sächlichen und finanziellen Aus­stattung aller Schulen niederschlage. Alle Pisa-Musterländer praktizierten die gezielte Förderung am einzelnen Kind. Wenn sich Schule als Ganzes verbessern solle, müsse jeder Einzelne besser werden. Eine echte Qualitätssteigerung lasse sich nur durch die in­dividuelle Förderung eines jeden Schülers erreichen, und diese Förderung sei – ob in einem gegliederten Schulwesen oder in einer Schule für alle – grundsätzlich wertvoll, aber immer teuer. Mehr Geld in Bildung statt in Böller zum Jahreswechsel zu inves­tieren, werde wohl weiterhin ein frommer Wunsch bleiben, da die Finanzmittel dafür aus völlig unterschiedlichen Quellen stammten, so der VBE-Sprecher.

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