Fortbildung für pädagogische Assistenten

vom 28.-29.09.2012 im Parkhotel in Pforzheim

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem die letztjährigen VBE-Informationsveranstaltungen zum Thema „pädagogische Assistenten“ mit der Referentin, Frau Regierungsdirektorin Tina Lorenz vom Kultusministerium so gut ankamen, möchten wir Ihnen gerne auch in Zukunft weitere Fortbildungen anbieten. Aufgrund einer Umfrage haben wir die für Sie wichtigsten Themen herausgefunden und uns bemüht, hierzu Referenten und Vorträge zu organisieren.

Wir sind sehr froh, Ihnen nun eine zweitägige Fortbildungsveranstaltung anbieten zu können, die rein auf Ihren Rückmeldungen basiert. Denn wir, als Ihr Berufsverband, möchten Ihnen bei allen wichtigen Fragen zum Thema „pädagogischer Assistent“ beiseite stehen und Sie unterstützen.

Die Referenten sind absolute Spezialisten auf ihrem Gebiet. Freuen Sie sich also auf interessante Vorträge und Workshops zu den Themen: Lese-Rechtschreib-Schwäche, Antworten auf Ihre rechtlichen Fragen, Deutsch als Fremdsprache, Dyskalkulie und Legasthenie. Gerne können Sie uns bereits im Vorfeld der Veranstaltung Ihre Fragen zukommen lassen, die Sie bei der Veranstaltung beantwortet haben möchten.

Die Teilnahmegebühr für die Veranstaltung beträgt 50,00 € für VBE-Mitglieder und 80,00 € für Nichtmitglieder (inkl. Begrüßungssnack am 28.09., Pausen- und Tagungsgetränke sowie Tagungsunterlagen, Übernachtung im First-Class Hotel im Einzelzimmer, Frühstück und Mittagessen am 29.09.). Bitte übersenden Sie uns Ihre Anmeldung bis spätestens 17. September 2012. Da es eine begrenzte Teilnehmerzahl gibt, bitten wir um frühzeitige Anmeldung.

Weitere Informationen zu unserem Programm finden Sie auf unserer Homepage unter:

https://www.vbe-bw.de/wDeutsch/aktuelles/index.php?navid=26

Gerne können Sie diese Einladung auch an Kolleginnen und Kollegen weiterleiten, die Interesse an der Fortbildung haben.

Ich freue mich sehr auf Ihr Kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefanie Dickgiesser

Referentin Fortbildung und Medien

VBE: Neue Schulart wird sich erst noch bewähren müssen

Auch an der Gemeinschaftsschule wird nur mit Wasser gekocht

Stuttgart. „Heute wird die an sich schon bunte Schullandschaft durch den weiteren Bau­stein `Gemeinschaftsschule´ gesetzlich erweitert, und das ist per se nichts Schlechtes“, sagt Gerhard Brand, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Gefährlich werde es, wenn diese neue Schulart als die mehr oder minder allein seligmachende dargestellt und ent­sprechend protegiert werde.

VBE Landesvorsitzender Gerhard Brand

Gerhard Brand, VBE Landesvorsitzender

Neben den verschiedenen Sonderschulen, der Real-, Werkreal- und Hauptschule sowie neben den verschiedenen Gymnasien gibt es künftig auch noch die Gemein­schaftsschule. Diese neue Schulart ist in den letzten Wochen mit sehr vielen Vor­schusslorbeeren bedacht worden – nicht zuletzt durch die eigens zur „Promotion“ eingerichtete Stabsstelle im Kultusministerium. Allein die Anmeldezahlen an den fünften Klassen der Gemeinschaftsschulen lassen das Ministerium jubeln, obwohl böse Zungen behaupten, dass sich hauptsächlich die Klientel der Haupt- und Werk­realschulen an der neuen Schulart angemeldet habe und sich so die gewünschte Lerngruppenmischung vom hochbegabten zum lernbehinderten Schüler gar nicht einstellen könne. Hier sollte das Ministerium rasch den Gegenbeweis antreten.

Auch die Aussage, dass die Gemeinschaftsschule „leistungsstark und gerecht sei“, leite sich zunächst nur vom Wunschdenken ab, unterstreicht der VBE-Chef. Verärgerung hat bei vielen Lehrern die Definition der neuen Schulart hervorge­rufen, dass dort „ganzheitliches Lernen“ stattfindet, dass die Kinder „individuell gefördert“ werden und Schule „Lebensraum“ ist. Dies sei eine Ohrfeige für alle Lehrer, die sich schon bisher – egal an welcher Schulart – am Kind orientiert und es optimal gefördert haben, sagt Brand. Selbst der „ach so gern verteufelte Frontal­unterricht“ tauche an der Gemeinschaftsschule als „Input-Phase“ auf. Man müsse nur die entsprechenden Begriffe oder Worthülsen verwenden, um die Sache besser verkaufen zu können, mutmaßen Lehrer der Schularten, die nicht in die „pole-posi­tion“ geschoben werden. Unendliche Heterogenität findet im Leben meist da schnell ihre Grenzen, wo zu starke Unterschiede als belastend empfunden werden: ein schneller Läufer wird nicht mit einem sehr viel langsameren für die Meister­schaft trainieren wollen, der langsamere wird die Lust aufs Laufen ganz verlieren. Wenn kein Schüler „auf der Strecke“ bleiben soll, darf das nicht dazu führen, dass sich die Lerngruppe letztendlich immer am schwächsten Glied orientieren muss.

18. April 2012

VBE bedauert anlässlich des Weihnachtsfestes:

Christliche Werte sind eher Luxusgüter als Massenware

Stuttgart. Alle Jahre wieder ist die Adventszeit Hochsaison für Handel und Gewerbe. Den eigentlichen Grundgedanken des Weihnachtsfestes verdrängen dabei selbst viele Gläubige. Das bringe zwar das christliche Abendland nicht un­mittelbar in Gefahr, versichert der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) anlässlich der bevorstehenden Festtage, zeige aber doch, dass christliche Werte heute eher als scheinbar unerreichbare Luxusgüter denn als gängige „Massenware“ angesehen werden.

VBE Pressesprecher Michael Gomolzig

Michael Gomolzig, Sprecher des VBE

Der gewerkschaftliche Berufsverband VBE, der vornehmlich Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulpädagogen vertritt und aus konfessionell orientierten Leh­rerverbänden hervorgegangen ist, verweist auch in der Präambel seiner Satzung auf den christlichen Glauben und das entsprechende Menschenbild. Es sei be­dauerlich, so der VBE-Sprecher, wenn aus falsch verstandener Weltoffenheit die christlich-abendländische Kultur auf heimischen Boden immer mehr zurückge­drängt, bisweilen sogar verleugnet werden muss und dadurch für die Gesell­schaft stark an Bedeutung verliert.

Es dürfe nicht so weit kommen, warnt der VBE-Sprecher, dass Christen aus Angst vor möglichen Verstößen gegen Gleichheitsgrundsatz und Antidiskrimi­nierungsgesetz ihren Glauben aus lauter „Political Correctness“ immer mehr verstecken und letztendlich sogar die eigene religiöse Identität aufgeben.

Auch ein zusammenwachsendes Europa unterdrückt die spezifischen Eigen­heiten der verschiedenen Regionen nicht, sondern versucht, überlieferte und be­währte kulturelle Besonderheiten zu bewahren und damit die Menschen zu stär­ken. Um wie viel mehr müsse diese Einsicht für den Glaubensbereich gelten, be­hauptet der VBE-Sprecher. Gerade das Weihnachtsfest sollte Anlass sein, wie­der verstärkt christliche Grundwerte wie soziale Verantwortung für alle, Fried­fertigkeit, Nächstenliebe, Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft in den Fokus der Gesellschaft zu rücken – auch und erst recht in den Kindertagesstätten und Schu­len des Landes.

22. Dezember 2011

VBE: Lehrerstellen noch einmal nachrechnen – ge­fühlter Unterrichtsausfall ist größer als der offizielle

Stuttgart. Beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg fragt man sich angesichts der auf Grund eines Rechenfehlers plötzlich bei einer Bad Bank aufgetauchten 55,5 Milliarden Euro, ob es nicht sinnvoll wäre, auch die Lehrerstellen im Land noch einmal gründlich nachzurechnen, denn die Diskrepanz zwischen dem gefühlten Unterrichtsausfall an den Schulen und den offiziell genannten Zahlen sei doch zu gravierend.

VBE Landesvorsitzender Gerhard Brand

Gerhard Brand, VBE Landesvorsitzender

„Wer solide Bildung für alle und nicht nur für Privilegierte will, muss Geld in die Hand nehmen“, sagt VBE-Chef Gerhard Brand. Wie noch unter der CDU-FDP-Regierung im letzten Schuljahr ist auch unter der neuen grün-roten Regie­rungskoalition die 100-Prozent-Versorgung der Schulen so definiert, dass abso­lut nichts passieren darf, damit der Pflichtunterricht gerade stattfinden kann.

Allein eine Grippewelle unter Lehrern würde unweigerlich zu massivem Un­terrichtsausfall führen, weil es so gut wie keine internen Krankheitsvertreter an den Schulen gibt und Lehrer von außen erst bei längerem Ausfall vertraglich verpflichtet werden dürfen, sofern geeignete Personen überhaupt zur Ver­fügung stehen. Oft “unterrichten” Lehrer dann zwei Klassen gleichzeitig.

Der Ergänzungsbereich – dazu gehören insbesondere Stütz- und Förderkurse für Schüler sowie pädagogisch wertvolle AG-Stunden – ist auch im neuen Schul­jahr lediglich mit der Lupe erkennbar.

Gleichzeitig stehen wieder viele gründlich ausgebildete Junglehrer mit guten Abschlussnoten auf der Straße, weil sie keine Einstellung in den Schuldienst be­kommen haben. Allein im Grund- und Hauptschulbereich standen 3450 Bewer­bern (1850 Neu- und 1600 Altbewerber) lediglich 1200 Einstellungen gegen­über. Dies entspricht einer Abweisungsquote von über 65 Prozent.

Der VBE wird, solange Unterricht an den Schulen ausfällt und die individuelle Förderung der Schüler nicht nachhaltig ausgebaut wird, nicht nachlassen, die ver­antwortlichen Politiker mit dem Tatbestand einer Bildungsvernachlässigung zu konfrontieren. Auch die neue Landesregierung muss lernen, dass Bildung eine der ganz wenigen zukunftsweisenden Ressourcen Baden-Württembergs ist und dass es nicht genügt, Verbesserungen im Wahlkampf vollmundig zu versprechen und per Pressemitteilungen anzukündigen, sondern dass die Aussagen an der Re­alität gemessen werden. „Ein gerade noch ausreichend ist erst recht bei grün-roter Bildungspolitik keinesfalls genug“, mahnt VBE-Chef Brand.

30. Oktober 2011

Lehrereinstellungen im Jahr 2011

Gesamtübersicht der im Kalenderjahr 2011 in den Landesschuldienst eingestellten Lehrkräfte:

Aus dem Kultusministerium liegen die Einstellungszahlen aus dem ganzen Kalenderjahr 2011 vor (inclusive Februar-Einstellung und Nachrückverfahren Sommer). Es handelt sich bei diesen Zahlen um Personen und nicht um Deputate. Die hohen Lehrereinstellungszahlen dürfen jedoch nicht über die deutlich schlechter gewordenen Einstellungschancen hinwegtäuschen.

Lehrereinstellungen 2011

VBE: Dass der Kaiser in seinen neuen Kleidern nackt auf die Straße geht, sollte es nur im Märchenland geben

Stuttgart/Karlsruhe. „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, heißt es jetzt nach Schuljahresbeginn in vielen Lehrerzimmern im Land. Von den An­kündigungen der neuen Schulpolitiker ist noch nichts Habhaftes an der Ba­sis angekommen. Nach wie vor fehlt eine schulinterne Lehrerreserve, sind externe Krankheitsvertreter bereits an Schulen mit defizitärer Unterrichts­versorgung abgeordnet, ist der Ergänzungsbereich mit Stütz- und Förder­maßnahmen deutlich unterrepräsentiert, warten die pädagogischen Assis­tentinnen weiterhin vergebens auf die Verlängerung ihrer Arbeitsverträge.

VBE Landesvorsitzender Gerhard Brand

Gerhard Brand, VBE Landesvorsitzender

Der Landesvorstand des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Würt­temberg sieht zum Schuljahresanfang noch keine positiven Veränderungen an den Schulen. „Die Sparmaßnahmen der schwarz-gelben Landesregierung wer­den, wie gehabt, von Grün-Rot weiter geführt, wenn man einmal von der `Ent­eisung´ der 711 `eingefrorenen´ Lehrerstellen absieht, die aber noch keine Wen­de in der schlechten Unterrichtsversorgung gebracht haben“, sagt VBE-Landes­chef Gerhard Brand.

Der Ergänzungsbereich, der den Schulen Stütz- und Förderkurse, Arbeitsge­meinschaften und besondere Hilfsangebote – etwa für leserechtschreibschwache Schüler – ermöglicht, ist weiter zurückgefahren worden. Einzelne Stundenüber­hänge an Schulen führten nicht etwa zu einer schulinternen Krankheitsreserve, sondern meist zu Teilabordnungen der Lehrer an andere Schulen mit Defiziten im Pflichtbereich – oft auch nur mit wenigen Stunden.

Die pädagogischen Assistentinnen an den Hauptschulen, deren Verträge alle zum 31. Januar 2012auslaufen, haben zwar seit Juni die mündliche Zusicherung der Kultusministerin, dass sie unbefristet weiterbeschäftigt werden, aber noch nichts Schriftliches in der Hand. Die pädagogischen Assistentinnen werden sich nächsten Monat als „arbeitssuchend“ im Jobcenter melden müssen.

Dass der Klassenteiler, der unter Schwarz-Gelb im Sekundarstufenbereich, von 33 schrittweise auf 28 gesenkt werden sollte, wirklich weiter gesenkt wird, scheint mittlerweile auch nicht mehr so sicher zu sein. Die aktuelle Reduzierung von 31 auf 30 Schüler pro Klasse hatte noch die alte Regierung veranlasst.

Die Inklusion soll kommen, aber keiner weiß so richtig, wie sie finanziert wird und wann die Lehrer dafür entsprechend ausgebildet sind.

Die Gemeinschaftsschule wird als Zukunftsschule in den höchsten Tönen von Grün-Rot gelobt, was man sich aber konkret darunter vorzustellen hat, bleibt nebulös.

Was passiert mit den neuen Werkrealschulen, deren Zehntklässler nächstes Schuljahr zum ersten Mal die Prüfung ablegen sollen, was mit den neuen Profil­fächern in den Klassen 8 und 9, was mit der Berufsorientierung?

Die Schulen, die schon unter Kultusministerin Schavan (CDU) über zu viele „Baustellen“ geklagt haben, sehen unter der neuen Ministerin (SPD) noch mehr „Bauzäune“ und schöne Ankündigungsplakate, die in der Schullandschaft aufge­stellt werden, ohne dass auf den neuen Baustellen etwas Konstruktives passiert.

Ankündigungen alleine bringen die Schulen nicht voran, sondern stiften Unru­he und Verwirrung, erst recht, wenn die Realisierung in den Sternen steht und über den Haushaltsplan der Landesregierung nicht entsprechend finanziell geför­dert wird. Schüler hören Märchen gerne, Realpolitiker sollten sich hüten, zu bil­dungspolitischen Märchenerzählern oder Traumtänzern zu werden und Visionen zu versprechen, die nicht umsetzbar sind, weil schlichtweg das Geld fehlt. „Dass der Kaiser dann in seinen neuen Kleidern wirklich nackt auf die Straße geht, sollte es nur im Märchenland geben“, meint VBE-Chef Gerhard Brand.

22. September 2011

VBE zum Weltkindertag am 20. September:

„Kinderland“ als politischer Wille – „Nestwärme“ in den Familien

Stuttgart. „Die meisten Kinder werden bei uns ausreichend mit Nahrung, Kleidung, Medizin und Bildung versorgt, und trotzdem ist Baden-Württemberg noch weit davon entfernt, ein `Kinderland´ zu sein“, stellt der Sprecher des Ver­bandes Bildung und Erziehung (VBE) anlässlich des Weltkindertages fest.

VBE Pressesprecher Michael Gomolzig

Michael Gomolzig, Sprecher des VBE

Kein Kind muss hier – wie noch in vielen anderen Teilen der Erde – unmittelbar um sein Leben fürchten. Für eine wirklich glückliche Kindheit ist jedoch mehr vonnöten als täglich eine warme Mahlzeit, ein gemachtes Bett, ausreichend Kleidung, ein gepackter Schulranzen und bei Bedarf ein Fieberzäpfchen. Kinder brauchen Geborgenheit in der Familie – „Nestwärme“ -, eine liebevoll-konse­quente Begleitung – Erziehung – und immer wieder aufmunternde Anerkennung.

Unabhängig von seiner sozialen Herkunft hat jedes Kind ein Recht auf Bil­dung und Erziehung. Deutschland hat da auch nach den jüngsten OECD-Studien immer noch einigen Nachholbedarf. Deshalb möchte der VBE die bildungspoli­tischen Anstrengungen der neuen Landesregierung insbesondere auf den Ele­mentar- und Primarbereich gelenkt wissen. Die ersten zehn Lebensjahre sind die wichtigsten in der Bildungsbiografie eines jeden Kindes.

„Wir, Eltern wie Lehrer, stehen in der Pflicht, jedem Kind Zuwendung, Aner­kennung, Geborgenheit und neben der Erziehung eine umfassende Bildung an­gedeihen zu lassen“, so der VBE-Sprecher. Dadurch werde eine solide Basis für ein gesundes Selbstvertrauen des Kindes gelegt. Das sei unabdingbar für ein eigenverantwortliches Leben als mündiger Bürger in einer demokratischen Ge­sellschaft. Der VBE appelliert anlässlich des Weltkindertages an alle Erzie­hungsberechtigten, ihren Kindern dauerhaft verlässlichen Halt zu geben – in guten wie in wirtschaftlich schwereren Zeiten.

„Dass Eltern ein großes Interesse an der Entwicklung ihrer Kinder haben, hat sich erst wieder in der vergangenen Woche bei den Einschulungen im Land ge­zeigt. Diese Hoffnung, dieses Vertrauen – auch in die Institution Schule – gilt es zu erhalten“, so der VBE-Sprecher. „Eltern und Lehrer sollten sich als ebenbür­tige Partner einer Zweckgemeinschaft zum Wohle des Kindes begreifen. Das Land, das die Schulpflicht einfordert, muss die entsprechenden Rahmenbedin­gungen schaffen, damit in den Schulen optimal gelernt werden kann.“

18. September 2011

Cybermobbing zum Nachteil von Lehrerinnen und Lehrern

Als Betroffene aktiv bleiben

Die älteren Jahrgänge unter uns wissen es noch: Es gab eine lange Zeit in unserem Leben als Lehrerin oder Lehrer, da gab es weder Internet noch Handy. Was es aber schon immer gegeben hat ist, dass Schülerinnen und Schüler das Wirken von Lehrkräften nicht nur dokumentiert, sondern auch kritisiert haben. Denken wir dabei nur an Beiträge in Schülerzeitungen und Abschlussabenden.

Rosi Drayer, Religionslehrerin, Mitglied im ÖPR beim SSA Lörrach

Seit wenigen Jahren sind durch die neuen Medien ganz neue Kommunikationsmöglichkeiten entstanden: Bilder und Texte können nicht nur publiziert, sondern auch manipuliert werden: Eine verdeckt aufgenommene Ton- oder Bildaufnahme im Unterricht – das ist rechtlich natürlich völlig unzulässig – wird bei Youtube eingestellt, Hineinmontieren einer Lehrkraft in eine Hinrichtungsszene oder Diffamierungen, die über Facebook verbreitet werden sind Beispiele hierfür und Beispiele, wofür der Begriff Cybermobbing steht.

Unter Cybermobbing werden unterschiedliche Aktivitäten zusammengefasst, mit denen Schülerinnen und Schüler ihre Lehrkräfte gezielt im Internet bloßstellen. Treffen kann es jede Lehrkraft, es kommt aber unter der Gymnasiallehrerschaft deutlich öfter vor als im GHWRS-Bereich.

Die Zahl der „Fälle“ ist überschaubar – wird aber eine Lehrerin oder ein Lehrer Opfer einer Cybermobbing-Attacke ist das für die meisten mit psychischen Belastungen verbunden. Was tun, wenn Lehrkräfte erfahren „Jetzt bin ich dran!?“ Auf keinen Fall sollten Lehrerinnen und Lehrer auf beleidigende und bedrohende E-Mails oder SMS-Botschaften antworten. Am besten diese sammeln und das Gespräch mit dem Verdächtigten in Anwesenheit einer weiteren Person führen und auffordern, damit aufzuhören.

Auch sollten Betroffene nicht versuchen aus Scham, die Angriffe mit sich selbst auszumachen. Was für alle schwierigen Situationen in der Schule gilt, ist auch hier goldrichtig: Sich Unterstützung suchen. Das Gespräch mit vertrauten Kolleginnen und Kollegen ist dabei nur der erste Schritt.

Bei der Hilfestellung für Betroffene ist zu unterscheiden, die juristische Hilfe sowie die persönliche-menschliche Hilfe. Für juristische Fragen liegen die Zuständigkeiten bei der Schulleitung, der Schulaufsicht und bei der Polizei. Das hängt natürlich von der Schwere des Einzelfalls ab.

Für die persönliche Hilfe kommen auch die Schulpsychologen und betriebsärztlichen Dienste in Frage. Das Kultusministerium hat seit zehn Jahren Rahmenverträge mit betriebsärztlichen Diensten abgeschlossen, die von der Schulaufsicht her, weisungsfrei und neutral arbeiten. Für den Regierungsbezirk Freiburg zum Beispiel ist der zuständige betriebsärztliche Dienst bei der IAS-Stiftung in Freiburg angegliedert.

Beachtung verdient in diesem Zusammenhang auch die ministerielle Handreichung „Cybermobbing zum Nachteil von Lehrerinnen und Lehrern“.

http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/show/1248751/Mobbing_von_Lehrkraeften_im_Internet.pdf

Sie informiert über die präventiven Möglichkeiten wie zum Beispiel die Medienerziehung: Vielen Schülerinnen und Schülern ist die Tragweite ihrer Handlungen nicht bewusst. Hier ist auch die Zusammenarbeit mit der Polizei, die vielerorts mit ihren Spezialisten für Computerkriminalität auch vor Schulklassen wirken, zu erwähnen.  Die Einführung einer Rückmeldekultur an den Schulen kann dazu beitragen, dass Mobbing zum Nachteil von Lehrerinnen und Lehrern erst gar nicht entsteht.

Die Schule hat eine Vielzahl von Möglichkeiten, um auf das Fehlverhalten von Schülerinnen und Schülern je nach Schwere der Rechtsverletzung angemessen zu reagieren: mit den Mitteln des Schulrechts, Zivil- und/oder Strafrechts. Als Beispiel für eine zivilrechtliche Handlungsmöglichkeit sei genannt, dass eine Lehrkraft Anspruch auf Unterlassung hat, wenn Schüler Bild-, Ton- oder Filmmaterial einer Lehrkraft ohne deren Zustimmung ins Internet einstellen. Da es sich hierbei auch um eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts und des Rechtes am eigenen Bild handelt wird auch ein Bestand des Strafgesetzbuches (Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes) erfüllt. Ebenso ist davon auch das Kunst- und Urhebergesetz berührt.

Unter anderem kann über die gängigen Suchmaschinen herausgefunden werden, ob etwas über eine Lehrkraft im Internet veröffentlicht ist. Und sollte etwas gefunden werden gilt: Als Betroffene aktiv bleiben.

Rosi Drayer, Hohentengen, Religionslehrerin, Mitglied im ÖPR beim SSA Lörrach

Rimmele begrüßt Stärkung der Meinungsfreiheit für Beschäftigte

Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrecht

Bernhard Rimmele, Religionslehrer, Angestelltenvertreter im Bezirkspersonalrat Freiburg

 

Der Leiter des Referats „Arbeitnehmer“ im VBE, Bernhard Rimmele, hat ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte begrüßt, das die Meinungsfreiheit der Beschäftigten stärkt.

Das Gericht hatte entschieden, dass eine öffentlich geäußerte Kritik am Arbeitgeber nicht grundsätzlich eine Kündigung rechtfertig. Rimmele dazu: „Die Zeiten, in denen Beschäftigte alle Bedingungen am Arbeitsplatz klaglos hinnehmen mussten, sind zum Glück vorbei.“

Gleichzeitig warnte Rimmele aber davor, das Urteil als Freibrief zu deuten: „Dies ist nur eine Entscheidung in einem sehr konkreten Fall. Grundsätzlich sollten die Beschäftigten versuchen, Probleme erst intern zu lösen, bevor sie sich öffentlich äußern. Die Betriebs- und Personalräte sowie Gewerkschaftsvertreter sind im Normalfall die richtigen ersten Ansprechpartner für alle Fragen und Probleme.“